Die Partei zusammenhalten

Der Klever CDU-Stadtverbandsvorsitzende: Aloys Hermanns.
Der Klever CDU-Stadtverbandsvorsitzende: Aloys Hermanns.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Auch zwei Monate nach dem denkwürdigen Abend im Kolpinghaus muss sich der Vorsitzende Aloys Hermanns für den Parteifrieden einsetzen

Kleve..  Den Vorsitz des CDU-Stadtverbandes hat sich Aloys Hermanns auch anders vorgestellt. Er wollte mit der Partei eine gute Politik machen, nah am Menschen sein und einen spannenden Bürgermeisterwahlkampf führen. Doch seit der Vorstandswahl im Dezember ist er zu inhaltlichen Dingen noch gar nicht gekommen. Auch gut zwei Monate nach dem denkwürdigen Abend im Kolpinghaus klebt das Thema Udo Janssen immer noch wie zähes Kaugummi auf den Stühlen der Christdemokraten. Dem Vorsitzenden Aloys Hermanns fällt die schwere Aufgabe zu, Ruhe in die Partei zu bekommen, Gräben zu überwinden und sehr viele Gespräche zu führen.

„Ich bin geschafft“

Der junge Parteivorsitzende wirkt müde. Er gibt offen zu, dass die vergangenen Wochen ihm viel Kraft gekostet haben: „Ich bin geschafft. Wir haben viele, schwierige Gespräche geführt. Und ich kann nicht behaupten, dass alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Das ist es nicht.“ Am Montagabend trat der Stadtverband zu einer Vorstandssitzung zusammen. Die Partei versucht über den Weg der inhaltliche Themen für den Wahlkampf wieder zueinander zu finden. Es sei die zweite gemeinsame Sitzung mit dem Bürgermeisterkandidaten Udo Janssen gewesen. Und die Atmosphäre habe sich schon leicht gebessert, findet Hermanns.

Die Partei arbeite jetzt an einem Wahlprogramm und ein Wahlkampfkonzept. Es gehe darum, ein Team mit Udo Janssen zusammen zu stellen und mit griffigen Themen den Kandidaten zu unterstützen. „Ich sehe meine Hauptaufgabe darin, die Partei zusammen zu halten“, sagt Hermanns. Einfach ist diese Aufgabe für ihn gewiss nicht.

Er ist mit seinem Vorstand angetreten, weil er die CDU wieder näher zum Bürger bringen möchte. Auch wenn diese Beschreibung sich für ihn „abgegriffen“ und „pathetisch“ anhört, meint er es doch ernst: „Das Kümmern für den Bürger ist uns verloren gegangen“, sagt Hermanns. Früher hätten die Klever ihre Ortspolitiker in der CDU anrufen können „und wir haben uns dann darum gekümmert.“ Die Partei müsse da wieder hinkommen. „Wir sind bereits auf dem Weg“, sagt der neue Parteivorsitzende und denkt dabei an die Ortsversammlung in Donsbrüggen, wo man sich mit den Vereinen zusammengesetzt habe.

„Wir stehen am Anfang“

Inhaltlich habe er in den ersten Monaten wenig bewegen können, gibt er zu. „Wir sind gerade mal bei 10 Prozent von dem, was wir leisten wollen. Wir stehen noch ganz am Anfang“, so Hermanns. Die Arbeit im Vorstand möchte er gerne auf mehrere Schultern verteilen. Sein Vorgänger Jörg Cosar hatte mehr Zeit, um sich um die Parteibelange zu kümmern. Als Geschäftsführer der Palette muss er sich anders organisieren. Die stellvertretenden Vorsitzenden werden enger in die Pflicht genommen. Hermanns möchte die Arbeit gerne thematisch aufteilen. „Ich muss nicht zu jedem Thema eine eigene Meinung haben“, so der Vorsitzende.