Die NRZ trauert um Klaus Hübner

Foto: NRZ

Kleve..  Klaus Hübner hat bis zum Ende an das Leben geglaubt. Er hat gekämpft für all das Schöne, das er noch einmal genießen wollte: die Musik, die bildenden Künste, das Schreiben, seine liebevolle Familie, seine starke Ehefrau Erika. Wie hat er dies alles gemocht und geliebt. Viele Jahre hat Klaus als Freier Mitarbeiter für die NRZ geschrieben. Am Sonntagabend ist er nach langer Krankheit im Hospiz Kevelaer-Wetten im Alter von 66 Jahren gestorben. Die NRZ hat einen wunderbaren Kollegen verloren.

Die Leser kennen ihn als einen kritischen Autor. Die Konzerte und Theateraufführungen, über die er oft in unserem Lokalteil geschrieben hat, wurden mit den Ohren und Augen eines Kenners beurteilt. Denn die Musik war für Klaus Hübner eine große Leidenschaft. Jazz und Rock-Musik waren seine Steckenpferde, seine Sachkenntnis wurde sehr geschätzt. Klaus Hübner war Jury-Mitglied der Düsseldorfer Jazzrally und er beurteilte die Leistungen junger Bands. Er schrieb eine Biografie über Yoko Ono (Econ & List Verlag, 1999) und das Buch „Lärm-Reise: Über musikalische Geräusche und geräuschvolle Musik“ (1992).

Seine Kritik konnte für den Beurteilten wohltuend sein, aber auch beißend. Wenn Klaus zuhörte, dann konnten die Musiker sicher sein, dass sie keinen Blanko-Scheck für eine gute Kritik in der NRZ bekamen.

Der Spaß am Schreiben

Denn Klaus setzte sich mit ihren Beiträgen wirklich auseinander und war bestrebt nach einem ehrlichen Urteil - auch wenn es weh tat. Er berichtete für den Lokalteil über unzählige Konzerte und für die überregionalen Kollegen besuchte er oft das berühmte North-Sea-Jazzfestival in Den Haag und Rotterdam. Das werden wir vermissen.

Klaus Hübner hat von 1971 bis 2014 bei der Kreisverwaltung Kleve als Kreisamtsinspektor gearbeitet und er kam unter Lokalchefin Gaby Boch als Freier Mitarbeiter zur NRZ. Er hat zahlreiche Beiträge in unserer Reihe „Mensch am Mittwoch“ verfasst und sich immer für die regionale Historie interessiert. Er hat über einen der letzten Auftritte von Klaus-Dieter Hildebrand in der Klever Stadthalle geschrieben und im November 2015 ein Interview mit dem Kalkarer Schriftsteller Christoph Peters geführt, der heute zu den wichtigsten deutschen Autoren zählt.

Seinen letzten Beitrag für die NRZ schrieb Klaus Hübner am 14. November 2015. Es war ein Porträt über den Maler Johannes Tavenraat. Damals war Klaus schon gezeichnet von seiner Krankheit, aber das Schreiben für die NRZ hat ihm großen Spaß bereitet. So schnell gab er das nicht auf.

Im vergangenen Jahr sah man Klaus oft als Zuschauer im Klever Stadtrat, was sehr ungewöhnlich für ihn war. Er hörte zu, er machte sich Notizen. Er wollte die Sprache und Vorgehensweise der Kommunalpolitik dokumentieren, ähnlich wie es der ebenfalls am Sonntag verstorbene Fernsehmoderator und Schriftsteller Roger Willemsen in seinem Bestseller „Das Hohe Haus“ für den Deutschen Bundestag getan hat.

Mit Klaus Hübner verliert die NRZ-Kleve einen wichtigen Autoren. Die Redaktion trauert um einen lieben Kollegen und netten Menschen.