Die Liebe zum Holz

Alfonso Hüppi stellt im Museum Goch aus.
Alfonso Hüppi stellt im Museum Goch aus.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Der Schweizer Künstler Alfonso Hüppi präsentiert im Museum Goch. 51 Holzarbeiten aus den vergangenen fünf Jahren

Goch..  Sein Lieblingswerkzeug sei nach wie vor der Hammer. In seiner Werkstatt besitze er über 50 verschiedene Hämmer, die er alle noch am Ton und am Schlag unterscheiden könne. Alfonso Hüppi hat seine Wurzeln im Handwerk – und die hat der gelernte Gold- und Silberschmied aus der Schweiz nicht vergessen. Im Museum Goch präsentiert er nun seine wichtigsten Holzwerke der vergangenen fünf Jahre. Holz und Hammer – das passt zusammen, könnte man denken. Aber weit gefehlt – einen Nagel sucht man an den wunderbar filigranen Arbeiten des Schweizer Künstlers vergebens.

Der Provokateur

Alfonso Hüppi, u.a. Teilnehmer der Documenta 1972 und 1977, zählt heute zu den bedeutendsten Künstlern der Nachkriegszeit. Und dass er in Goch und nicht in Düsseldorf oder Köln seine Werke präsentiert, darauf können sich die Gocher Museumsmacher etwas einbilden: „Na, die haben gute Leute hier. Die verstehen meine Kunst“, sagt Hüppi im Gespräch mit der NRZ. 51 Holzarbeiten sind im Museum bis zum 23. August zu sehen.

Hüppi ist durchaus bekannt für seine Provokation. Als er in den 60er Jahren damit begonnen habe, „gegen die Holzkisten anzumalen“, wie er sagt, habe das für viel Aufsehen gesorgt. Und noch immer ist er dem schlichten Holz treu geblieben. Hüppi malt auf primitiven Paletten und besorgt sich sägeraue Bretter aus dem Werk. „Es ist die Lust am Gestalten, am Form-Finden und neu Geben, das allen Werken Hüppis bis hin zu den jüngsten Arbeiten inne wohnt“, sagt Museumsdirektor Dr. Stephan Mann.

Alfonso Hüppi provoziert die Kunstwelt mit der Auswahl seiner Materialien, mit den Darstellungsformen seiner Werke. Er sei als Maler nach wie vor sehr ungewöhnlich, urteilt Mann. „Vielleicht sehen wir die Provokationen auch schon nicht mehr, weil alles so oberflächlich ist.“ In Goch sind eine Reihe Holzarbeiten mit einfachen, zum Teil abgebrochenen Holzbrettern zu sehen. „Eigentlich werfen wir so etwas heute auf den Müll“, so Mann. Doch Hüppi setzt die scheinbar wertlosen Holzelemente zu neuen Bildern und Konstellationen zusammen, die er wie ein Bild komponiert und die gleichzeitig ein Objekt darstellen.

Jubiläumsschau in Goch

Alfonso Hüppi wird in diesen Tagen 80 Jahre alt – die Ausstellung in Goch könnte man auch als Jubiläumsschau anerkennen. Im Obergeschoss präsentiert das Museum weitere 120 Zeichnungen zum westlich-östlichen Divan, die zwischen 1998 und 2014 entstanden sind.