Die Karneval-Cops aus Kalkar
14.02.2010 | 17:17 Uhr 2010-02-14T17:17:00+0100
Kalkar. Die KKG feierte ausgelassen ihren Sitzungskarneval in der Bürgerbegegnungsstätte. Jan Bossmann und Max Josten klärten als Polizisten jeden Fall. Die Appeldorner Jungs lieferten eine tolle Bütt ab. Das Publikum hatte jede Menge Spaß.
Verkehrssünder in Kalkar? Oder gar ein Langfinger? Besser nicht. Denn dann könnte man es mit zwei ausgebufften Polizisten zu tun bekommen. „Das Böse ist überall. Wir lösen jeden Fall”, stellten die Cops Jan Bossmann und Max Josten auf der Prunksitzung der Kalkarer Karnevalsgesellschaft (KKG) unmissverständlich – und gekonnt humorvoll da. Die Appeldorner Jungs lieferten eine tolle Bütt ab. Das Publikum hatte viel Spaß.
Die erste weiße Mülltonne
Sitzungspräsident Hans Georg Biesemann sowieso. Denn kaum hatte der Vollblut-Jeck den Startschuss für den närrischen Abend abgefeuert, da gab sich auch schon Gochs Prinz Christian I., sowie ihre Lieblichkeit Daniela I. samt Prinzengarde die Ehre. Wobei nicht nur die Gocher ein imposantes Bild auf der Bühne abgaben, auch gleich alle drei Kalkarer (Tanz)-Kompanien rückten danach gemeinsam an und eroberten mit ihren Tänzen die Herzen des Publikums.
„Ist das nun eine Puppe oder nicht?” Diese Frage stellten sich wohl viele, als Künstler „Chapeau Bas” sein KKG-Denkmal vorstellen wollte, bevor es einen Platz im Hotel Siekmann fand. Die Show war klasse, Marion aus dem Publikum auch – und das Denkmal ein stock-steifer, aber eben echter Gardist. Kompliment.
Schwarz, grün, braun, gelb: Es gibt sie mittlerweile in vielen Farben. Mit einer „Sensation für Kalkar” wartete aber „Müllmann” Frank Bühler auf. Er präsentierte die erste weiße Tonne. „Die ist für Schnee”, klärte er das Narrenvolk auf. Die werde aber nur einmal im Jahr geleert – im Juli...
Ob sich die Tonne durchsetzt, dazu sagte „der Herrscher über alles”, wie Sitzungspräsident Biesemann Bürgermeister Gerd Fonck ehrfürchtig begrüßte, lieber nichts. Doch Fonck wäre nicht Fonck, hätte er nicht aus dem Stand gekontert und Hans Georg Biesemann als „Prinz in Lauerstellung” tituliert.
Eine ganz besondere Nummer bot dann, gleich zwei Mal in der Bütt, Gerd Kühnen. Als „geplagter Ehemann” jagte ein Kalauer den nächsten. „Meine Frau hat den Kosenamen Eisscholle”. Warum Eisscholle? Ehemann Gerd: „Besser doch als Scheißolle...”
Schon brilliant dann sein Auftritt als „ne Wallfahrerin”, die in Kevelaer offensichtlich den falschen Zug erwischt hat. „Der Clou vom Ganzen, auf der Wallfahrt fingen die alle an zu tanzen”, wunderte sich die alte Dame über so viel Ausgelassenheit. Saß sie doch im „Klingenden Rheinländer”.
Apropos tanzen: Das Tanzcorps der Pumpengemeinschaft Vrouvenpoort aus Goch, das kurz Zwischenstopp auf der KKG-Bühne machte, bot eine tänzerisch, ja akrobatische Show der Extraklasse. Biesemann hatte recht: „Das macht Appetit auf den Kölner Karneval.”
Nicht in Köln, sondern in Kalkar trieb sich wie jedes Jahr Senator Uwe Friedrichsen um. „Kannst Du Dir nicht mal was lappen, vielleicht Müll verklappen”, fragte er den Bürgermeister, der für 2009 einfach keinen Stoff für 'ne Bütt geliefert hätte. Dafür bekam Senatspräsident und „Jung-Unternehmer” Karl-Ludwig van Dornick sein Fett weg (KKG: „Karl-Kocht-Gut”).
Und gut war die Sitzung, nicht zuletzt wegen der exellenten „Blue Man Group”-Show, die der Elferrat perfekt in Szene setzte. Auch danach ging's jeck-ausgelassen weiter. Ein schöner Karnevalsabend.
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