Die Hoffnung der Frauen
09.02.2012 | 17:20 Uhr 2012-02-09T17:20:00+0100
Kranenburg. Die polnische Jüdin Hanna Oren-Huppert stellt im Museum Katharinenhof Kranenburg Frauenfiguren aus
Erdverbunden sind sie, gleichzeitig recken sie sich zum Himmel empor. Über vierzig Frauenfiguren aus Bronze, Ton oder Granit kauern ab Sonntag im Kranenburger Museum Katharinenhof auf ihren Podesten, räkeln sich, warten, schauen, sind in sich versunken. Hanna Oren-Huppert, in Russland geboren, lange in Polen beheimatet und seit 1984 im niederländischen Rheden lebend, hat diese Skulpturen geschaffen. „Ich will Menschen formen“, sagt sie, „und es werden immer Frauen.“ Mal sind Kinder dabei, es gibt sogar Menschengruppen, gebogene Körper, die in die Stille zu lauschen scheinen oder stumm den Betrachter beobachten.
Spiel mit der Abstraktion
Bei alledem spielt Oren-Huppert mit der Abstraktion. Manchmal erkennt man nur den Kopf, eine kleine, charakteristisch geformte Kugel, darunter eine Art Kegel, ganz rau und doch zart dabei. Die Materialen entstammen der Erde, wirken fest und schwer, und fast immer verjüngen sich die Figuren nach oben hin wie ein Baum, der die Zeit in sich trägt. Es gibt Skulpturen, die ganz auf dieses Prinzip ausgerichtet sind, die ganz Geometrie sind - und doch als Frau erkennbar. Und es gibt andere mit mehr oder weniger deutlichen, zum Teil gar überbetonten Extremitäten, mit riesigen Schenkeln, gedehnten Armen, oder solche mit Körpern wie Gewändern, die vor der Welt schützen. Manche Frauen sitzen, andere liegen, falten die Hände, und eine schwangere Frau hält ihren Bauch ganz fest.
Ihre 41. Ausstellung ist es, seit Oren-Huppert mit der Bildhauerei begonnen hat, damals noch als Hobby. „Es geht ums Unterwegssein“, sagt sie, „um unterschiedliche Perspektiven und Ausdrücke.“ Hoffnung ist zu spüren, aber auch Verlassenheit. Gibt es einen bestimmten Plan beim Entstehen eines Objekts? Oren-Huppert schüttelt den Kopf. Das Material macht, was es will. Es hat ein Eigenleben. Irgendwie entsteht im Prozess des Formens die endgültige Gestalt. Die Frau. „Frau-Sein“, heißt die Ausstellung. „Ich habe die Künstlerin vor acht Jahren kennengelernt“, berichtet Ursula Beuger, die am Sonntag in das Werk einführen wird. „Uns verbindet die polnische Sprache.“
Michael Baumann-Matthäus, stellvertretender Vorsitzender des Vereins für Heimatschutz Kranenburg, freut sich schon auf die erste von insgesamt drei Ausstellungen, die dieses Jahr im Museum stattfinden werden. Erfreulich: Das Museum Schloss Moyland hat dem kleinen Kranenburger Museum die Podeste für die Werke geliehen. „Ohne diese Hilfe wäre die Ausstellung gar nicht möglich“, betont Baumann-Matthäus. Die Ausstellung im Museum Katharinenhof wird Sonntag um 11 Uhr eröffnet. Danach ist sie bis zum 15. April jeweils dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen, sonntags auch zwischen 11 und 12 Uhr.
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