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Die Gruft entlasten

01.12.2009 | 23:06 Uhr
Die Gruft entlasten

Kleve. Auch eine kleine Straße macht viel Papier. Jürgen Rauer hat einen ganzen Ordner gestopft voll mit Karten, Verkehrszählungen, Stellungnahmen und Zeitungsartikeln.

Der Technische Beigeordnete der Stadt Kleve beschäftigt sich gerade mit der neu zu bauenden Umgehungsstraße für den Klever Tiergarten. Von der B9 in Höhe Schloss Gnadenthal soll künftig eine neue Bundesstraße parallel zur Eichenallee geführt werden, die dann kurz vor der Rinderner Wilhelm-Frede Hauptschule auf die Straße Landwehr führen soll. Die gut 1,2 Kilometer Asphalt sollen die Kreuzung B9 und Gruftstraße entlasten, die täglich von 12 000 Autos und Lastwagen in Anspruch genommen wird.

Mehr Lärm für Rindern?

Jürgen Rauer möchte dies gerne ändern. Der Beigeordnete der Stadt Kleve hat seit drei Jahren einen Vorschlag in seiner Schublade liegen und so langsam kommt Bewegung in die Sache. Am 23. September stimmte der Rat der Stadt Kleve dem Bau der Trasse zu. Und das ist ziemlich ungewöhnlich: Die Stadt Kleve plant für den Landesbetrieb Straßenbau eine Bundesstraße, übernimmt das Planfeststellungsverfahren, die Bürgerbeteiligung und die Lärmprognose. Im Anschluss wird der Landesbetrieb die tatsächliche Ausführung der neuen Umgehungsstraße übernehmen. „Für den Landesbetrieb ist dies nur eine kleine Maßnahme und wir denken, dass wir durch dieses Verfahren die Straße ein bis zwei Jahre früher realisieren können, weil wir die Dringlichkeit beeinflussen können”, so Rauer.

Der Beigeordnete betont, dass durch die neue Straße der Verkehr auf der Tiergartenstraße in Höhe Kurhaus deutlich abnehmen werde. Verkehrsschätzungen zufolge werde sich das Verkehrsaufkommen dort auf 6000 Pkw halbieren.

Eine Sperrung der Straße sei aber keineswegs angedacht: „Wir werden erst einmal gar nichts machen und schauen, wie sich die Verkehrsströme entwickeln.” Denn die Autofahrer aus Richtung Donsbrüggen werden nach wie vor die Gruft ansteuern, um in die Oberstadt zu gelangen.

Bürgeranhörung Anfang 2010

Eine ganze neue Situation werde sich auch für die Kreuzung vor dem Hotel Cleve ergeben: „Diese Kreuzung müssen wir komplett neu einstellen”, so Rauer. Er rechnet damit, dass der Überlandverkehr aus den Niederlanden in Richtung Emmerich gezielt die neue Umgehungsstraße nutzen wird.

Nicht alle sind mit den Plänen der Stadt einverstanden. Vor allem die Anwohner in Kleve-Rindern (Havikstraße, Kiebitzweg, Sperlingsweg) und am DJK-Sportplatz sind nicht begeistert, weil sie eine höhere Lärmbelästigung erwarten. Jürgen Rauer glaubt dies allerdings nicht: Die neu geplante Trasse bleibe relativ weit von den Anwohner entfernt: „Es sind keine hörbaren zusätzlichen Emissionen zu erwarten”, sagt Rauer. Als Lärmschutz setze man auf eine kleine bepflanzte Anwallung.

Anfang 2010 soll es eine Bürgeranhörung geben, ein genauer Termin stehe aber nicht fest. Rauer erwartet, dass man frühestens zu Beginn des Jahres 2011 mit dem Bau der Straße rechnen könne. Für Donsbrüggen und Nütterden hingegen wird die Straße, die zwei bis drei Millionen Euro kosten wird, keine Entlastung bringen.

Andreas Gebbink

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