Die glorreichen Sieben

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Weeze / Goch..  „Wir haben ein größeres Potenzial zur Schaffung neuer Arbeitsplätze als die Region Amsterdam/Rotterdam – wenn denn nur die Grenze nicht wäre.“ Manon Pelzer, Bürgermeisterin der Gemeinde Bergen, glaubt an eine starke wirtschaftliche Entwicklung in der deutsch-niederländischen Grenzregion. Wenn man es schaffe, die Wirtschaftsräume in Bergen und Boxmeer mit denen in Weeze und Goch zu verbinden, dann könne man eine Menge schaffen. Denn immer noch sei es die Landesgrenze, die einer wirtschaftlichen Entwicklung im Wege stehe.

Projekte für 600 000 Euro

Sieben Gemeinden sind nun angetreten, um gemeinsam stärker zusammen zu arbeiten. Ziel sei es „vom Hinterland zu einer pulsierenden Region“ zu werden. Wer in Goch und Weeze, Bergen, Gennep, Cuijk, Bergen und Mook en Middelaar seinen Lebensmittelpunkt hat, für den soll es künftig leichter werden, einen Arbeitsplatz auch jenseits der Grenze zu bekommen. Die Gemeinden wollen nun mit sechs konkreten Projekten hier ihr großes Ziel erreichen: den Abbau von Barrieren in der Grenzregion.

Drei Hauptfelder der Zusammenarbeit habe man nun ausgemacht und wolle dafür auch Projektgelder in Höhe von 600 000 Euro anfragen. Es geht um die Bereiche Agrobusiness, Tourismusförderung und den Abbau von Grenzen.

Ein Gruppe Studierender der Hochschule Den Bosch und der Hochschule Rhein-Waal soll in einem ersten Schritt in Erfahrung bringen, welche Unternehmen und Produkte aus dem Bereich Agrobusiness es in der Grenzregion gibt und wie man diese Unternehmen möglicherweise zusammenführen kann.

Auch soll ein grenzüberschreitendes Praktikumsbüro entwickelt werden. Das Büro soll Kontakte zwischen deutschen und niederländischen Institutionen unterhalten und Jugendlichen und Arbeitssuchenden Praktikumsstellen im jeweiligen Nachbarland vermitteln. „Ideal wäre sicherlich ein grenzüberschreitendes Arbeitsamt“, sagt Manon Pelzer. Sie ist davon überzeugt, dass man hier eine Menge Potenzial heben könne. So wolle die niederländische Branchenorganisation für mittlere und kleine Betriebe (MKB), ab Januar 2016 eine grenzüberschreitende Jobbörse anbieten.

Auch im Bereich Tourismus könne man noch eine Menge verbessern: „Wir wollen hier keine neuen Angebote schaffen, aber die bestehenden Angebote qualitativ verbessern, bündeln und gemeinsam vermarkten“, kündigte Khalid Rashid, Sprecher der Gemeinde Weeze, an. So soll unter anderem eine App entwickelt werden, die die Angebote in der Region bündelt.