Die ganze Welt der Werkzeuge

Van Beusekom aus Materborn.
Van Beusekom aus Materborn.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Thomas van Beusekom führt seinen Werkzeughandel in Materborn in der dritten Generation. Mit einer neuen Halle will er den Betrieb für die Zukunft sichern

Kleve..  Vor 58 Jahren eröffnete Johann van Beusekom an der Kapellenstraße in Materborn einen Fachhandel für Werkzeuge. Lange Jahre führte sein Sohn Kurt das Geschäft weiter. Im Jahr 2000 übergab er die Leitung seinem Sohn Thomas. Der gelernte Maschinenbaumeister konnte nun im September des letzten Jahres die neue Ausstellungshalle an der Querallee eröffnen. Also weiterhin in Materborn. „Darauf lege ich großen Wert“, sagt er.

Dass man sich neuen Herausforderungen stellen muss, hat Thomas van Beusekom nicht zuletzt von Karl Kisters gelernt. In dessen Firma machte er seine Ausbildung. „Kisters hat sich immer für neue Technologien begeistert“, erinnert er sich. Wenn Karl Kisters bei der Montage seiner Maschinen vorbeischaute, dauerte es nicht lange, und er lag tüftelnd darunter. Wurde es abends später, weil die Maschine dringend fertig werden musste, organisierte er Essen und Getränke für seine Mitarbeiter. „Ihn habe ich immer bewundert“, sagt van Beusekom.

Heute schickt er seine Auszubildenden zu einem dreiwöchigen Kurs in die Karl-Kisters-Stiftung, damit sie lernen, wozu man die Werkzeuge überhaupt braucht, die Van Beusekom verkauft. Und das ist so einiges an Geräten. Von Elektrowerkzeugen über Befestigungstechnik, von Schweißtechnik bis zu den klassischen Werkzeugen reicht das Angebot. Dazu kommen die Themen Gartengeräte, Betriebseinrichtungen und Arbeitsschutz. „Wir können sogar computergesteuerte Schrankausgabesysteme anbieten“, erklärt van Beusekom. Solche Technologien waren vor 58 Jahren noch vollkommen undenkbar.

Fachwissen reicht nicht

„Früher war es hilfreich, wenn man das Fachwissen hatte, um so ein Geschäft zu betreiben“, sagt van Beusekom, Jahrgang 1961. Heute genügt das nicht mehr. Man braucht fundierte betriebswissenschaftliche Kenntnisse. Van Beusekom hat sich das Wissen nachträglich angeeignet - auf Kursen und Schulungen, die der Einkaufsverband organisiert. Dort ist er sehr aktiv, wirkt zum Beispiel daran mit, die Sortimente für die sechs Themenkataloge auszuwählen. Denn hier ist ständiger Wandel angesagt.

2400 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf zwei Etagen hat Van Beusekom nun. Dazu genügend Platz für Büros und die Werkstatt. Das dreigeschossige Lager für Kleinteile ist bequem zu verwalten - früher musste man alles in den Keller schleppen und dann bei Bedarf wieder nach oben tragen. Sinnlose und mühsame Arbeit, die nun entfällt. Die neue Halle sei nötig geworden, um den Betrieb fit für die Zukunft zu machen, erklärt der Chef. Insgesamt zwanzig Mitarbeiter - darunter zwei Auszubildende - kümmern sich um die Kunden. Dazu zählen Privatkunden, die zum Beispiel einen Rasenmäher kaufen oder reparieren lassen möchten, vor allem aber Betriebe aus Handwerk und Industrie sowie die öffentliche Verwaltung.

Einen Tag pro Woche ist Thomas van Beusekom immer noch im Außendienst unterwegs, um Kontakt zu den Kunden zu halten. Seine Arbeitstage haben selten weniger als zwölf Stunden, immer gibt es etwas zu organisieren, zu verhandeln, Probleme zu lösen. Dazu kommt die Verbandsarbeit. „Langweilig ist mir nie“, sagt er.

Identität als Materborner

Er geht mit Freude an die Arbeit, aber zuhause kann er auch ganz schnell abschalten und ausspannen. „Das ist ganz wichtig“, findet er. Wichtig ist ihm auch, seine Identität als Materborner zu pflegen. Und so die Geschäftstradition erfolgreich fortzusetzen. Inzwischen natürlich auch online.