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Siedlungsbau

Der Zeitplan steht fest

14.02.2012 | 19:10 Uhr
Der Zeitplan steht fest
Das Baufeld der künftigen Klimaschutzsiedlung Am Muehlenberg. Fotos: Heinz Holzbach

Kleve.   Ende Februar stehen wichtige Entscheidungen für die Klimaschutzsiedlung am Mühlenberg an. Mit dem Bau soll Ende des Jahres begonnen werden.

Seit einigen Tagen bietet sich den Augen der Klever Bürger, die über die Merowingerstraße schlendern, ein ungewohntes Bild. Dort, wo einst die Fußballmannschaften des VfB Kleve auf Torejagd gingen, sind nunmehr der gesamte Baumbestand sowie sämtliche Zäune und Fußballtore entfernt worden. Nur der Kabinentrakt sowie das alte Platzhaus stehen noch etwas verloren auf dem rund sechs Hektar großen Areal.

Der Grund für die Abrissarbeiten: Hier am Mühlenberg soll demnächst eine von 100 Klimaschutzsiedlungen in Nordrhein-Westfalen entstehen. Als Teil der landesweiten Klimaschutz- und Energiestrategie sollen diese helfen, die wärmebedingten CO2-Emissionen in Wohnsiedlungen weiter zu reduzieren. Das Land NRW fördert mit dem Programm jedoch nicht nur den Bau ökologisch und energetisch besonders nachhaltiger Immobilien, sondern zugleich auch neue Wohnkonzepte wie das generationenübergreifende Leben in Wohngruppen.

Rat entscheidet Ende Februar

Aktuell besitzt das Klever Modell noch den Status einer „Klimaschutzsiedlung in Planung“. Dies soll sich jedoch schon bald ändern. Dazu müssen jedoch noch zwei Hürden übersprungen werden. Zunächst muss der Stadtrat in seiner Sitzung am 29. Februar positiv über einige Änderungen im bestehenden Bebauungsplan entscheiden, die bereits im Bau- und Planungsausschuss am 2. Februar beraten wurden. Die Änderungen betreffen etwa den Ausbau der Stadionstraße, die Struktur einiger Grundstücke sowie die Gestaltung der geplanten öffentlichen Grünflächen.

Ebenfalls Ende des Monats müsse zudem eine Auswahlkommission des Landes die Planungen der Stadt für die Siedlung am Mühlenberg endgültig genehmigen, erklärt Daniel Molzberger vom Fachbereich Bauen und Planen der Stadt Kleve.

Qualität entscheidet mit über Vergabe

Freie Sicht: Hier sollen schon bald die ersten Bagger für die Klimaschutzsiedlung rollen.

„Vorbehaltlich der positiven Voten aus Politik und Kommission laden wir dann für Ende März zu einem Infoabend, um potenziell Bauwillige mit potenziellen Bauträgern zusammenzubringen“, so Molzberger zum Verfahren.

Bereits im Juli 2011 hatte es eine erste Informationsveranstaltung im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium gegeben. 69 Interessierte haben sich seitdem bei der Stadt in eine Interessentenliste für die Klimaschutzsiedlung eingetragen. Ausführliche Informationen zum weiteren Verlauf gebe es zeitnah nach der Ratssitzung, lässt Molzberger wissen.

Ein grober Zeitplan für die kommenden Monate steht indes jetzt schon fest. Nach dem Treffen Ende März soll ein zweistufiges Verfahren zum Verkauf der Grundstücke in Gang gesetzt werden. Nach einem offiziellen Interessenbekundungsverfahren würden in einer zweiten Runde die eingereichten Vorschläge der Bauinteressenten hinsichtlich „Qualität und Durchführbarkeit“ geprüft und im Anschluss die Grundstücke vergeben, macht Molzberger deutlich. Der gesamte Prozess soll bereits nach knapp einem halben Jahr abgeschlossen sein.

„Wenn wirklich alles optimal läuft“, wagt Molzberger eine Prognose, „könnte schon Ende des Jahres, spätestens jedoch Anfang 2013 mit der Bebauung der ersten Grundstücke begonnen werden.“

Hintergrund: Gemeinsam bauen

Am Mühlenberg in Kleve (Merowingerstraße, Stadionstraße) soll die erste Klimaschutzsiedlung Kleves entstehen. Vorgesehen ist ein neues Stadtquartier auf sechs Hektar für 200 Wohneinheiten, die besonders wenig Energie verbrauchen. Investoren sollen sich zu Gruppen oder Genossenschaften zusammenschließen und gemeinsam bauen. Der Zusammenschluss von Bauherren ist ein wichtiger Bestandteil des Bebauungsplanes: „Das individuelle Bauen ist hier nicht erwünscht. Wir wollen in erster Linie Gruppen und Bauträgern die Möglichkeit geben, das Gelände zu gestalten“, sagte Daniel Molzberger während der Projektvorstellung im Juli vergangenen Jahres.

Bastian Linsen

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Kommentare
15.02.2012
08:36
Nachdenklich
von blortz | #1

Interessant, daß für eine "Klimaschutzsiedlung" zunächst die das Klima am ehesten schützenden Bäume umgehauen werden...

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