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Airport Niederrhein

„Der Weg war absolut okay“

25.01.2012 | 20:44 Uhr
„Der Weg war absolut okay“
Der Flughafen Weeze kommt nicht zur Ruhe. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool

Kreis Kleve.   Geschäftsführer Ludger van Bebber bezieht Stellung zu den Untersuchungen der EU-Kommission

Von der Vorstellung, dass man am Airport Weeze mal ruhigere Zeiten erlebt, kann man sich getrost verabschieden: „Dann müssen Sie was anderes machen, aber keinen Flughafen betreiben.“ Ludger van Bebber bleibt gelassen. Der Geschäftsführer des Flughafens Niederrhein lässt sich von der Ankündigung der EU-Kommission, die Finanzen seines Flughafens zu überprüfen, nicht nervös machen: „Wir haben alles offen gelegt, die Kommission verfügt seit langem über sämtliche Zahlen.“ Kein Grund zur Panik.

Dabei hatte man sich am Niederrhein vor nicht allzu langer Zeit darüber gefreut, endlich den jahrelangen Rechtsstreit über die Betriebsgenehmigung hinter sich gelassen zu haben – nun droht eine neue, kräftezehrende juristische Auseinandersetzung mit der EU-Kommission. „Das kann Jahre dauern“, vermutet van Bebber. Das drohende Damoklesschwert, die öffentlichen Darlehen wieder zurück zahlen zu müssen, nimmt der Geschäftsführer einstweilen zur Kenntnis: „Ich habe keine Ahnung, was passieren wird. Es gibt ja keine Beispiele.“

Bitte nachrechnen

Den Vorwurf, der Kreis Kleve habe in den vergangenen Jahren Darlehen nicht zu marktüblichen Bedingungen gezahlt, möchte van Bebber nicht gelten lassen. Und rät jedem, den Taschenrechner in die Hand zu nehmen: Bei einem Darlehen von 34 Millionen Euro und Zinsen in Höhe von 1,4 Millionen errechnet sich ein Zinssatz von 4,12 Prozent. „Dazu ist der Kreis im Grundbuch mit 620 Hektar abgesichert“, so van Bebber. Die weiteren Verbindlichkeiten gegenüber Banken betrugen im Jahr 2009 gut 5,4 Millionen Euro.

Und die Preisnachlässe für Ryanair? Wären diese möglich gewesen ohne das Engagement der öffentlichen Hand? „Das Modell hat uns in eine bessere Lage gebracht“, sagt van Bebber und nennt wiederum zwei Zahlen: 2004 habe man ein Betriebsergebnis von minus 4,5 Millionen Euro erzielt, 2010 seien es 4,5 Millionen Euro gewesen. Auch die Passagierzahlen habe man im gleichen Zeitraum deutlich nach oben schrauben können: von 600 000 auf 2,9 Millionen.

Preisnachlässe „sind okay“

Preisnachlässe für Ryanair hätte van Bebber zufolge jeder andere private Betreiber auch gemacht. Zu der Höhe der ausgehandelten Nachlässe wollte er nichts sagen: „Der Weg, den wir bislang gegangen sind, war absolut okay.“ Denn: „Wir haben uns doch erheblich in unseren wirtschaftlichen Daten verbessert.“

Bis im Jahr 2010 die Luftverkehrsabgabe eingeführt worden sei. „Ohne diese Abgabe hätten wir im vergangenen Jahr 3,1 Millionen Passagiere gehabt und wir hätten unsere Zinsen zurückzahlen können“, so van Bebber.

Die Mitteilung aus Brüssel traf den Flughafen und die Klever Kreisverwaltung überraschend. Der Landrat wollte gestern zu den aktuellen Vorgängen nichts sagen. Kreissprecher Eduard Großkämper sagte dazu: „Wir wissen ja von gar nichts. Es kann doch nicht wahr sein, dass die betroffenen Instanzen erst über die Presse informiert werden.“ Auch die CDU, die Mehrheitspartei im Kreistag, wollte sich gestern aufgrund der dünnen Informationsbasis nicht äußern.

Andreas Gebbink

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