Der Saubermann

Frank Dombek packt auch im Straßenkarneval mit an. Foto: AG
Frank Dombek packt auch im Straßenkarneval mit an. Foto: AG
Foto: NRZ
Kleves Straßenmeister Frank Dombek sorgt mit seinem Team dafür, dass die Unmengen Karnevalsmüll wieder von den Straßen verschwinden

Kleve..  Ein Karnevalsjeck ist Frank Dombek ja nicht gerade. „Ne, mit der bunten Jahreszeit kann ich nicht so viel anfangen“, gibt der Straßenmeister von Kleve gerne zu. Die ausgelassene Stimmung, der Alkohol, die laute Musik – ist alles nix für den ruhigen Vertreter der Klever Umweltbetriebe.

Glücklicher Karnevalsmuffel

Und das ist auch ganz gut so. Denn wer macht sonst den ganzen Müll auf unseren Straßen weg, wenn es nicht so Karnevalsmuffel wie Frank Dombek gäbe? Der Rosenmontag ist für ihn und seine Kollgen der „Hauptkampftag“ des Jahres. Zehn Tonnen Müll verstreuen die Klever jährlich bei Kamelleregen und Alkoholexzessen. Unmengen an Fläschen und Flaschen bleiben auf den Straßen liegen, ganz zu schweigen von Konfetti, Bonbonpapierchen, Bierdosen und weggeworfenen Servietten. An Karneval erlaubt sich der sonst so umweltbewusste Klever eine Auszeit – an Rosenmontag ist scheinbar alles erlaubt.

Denn jeder weiß: Es gibt ja Menschen wie Frank Dombek, die alles wieder reinigen. Der 48-jährige Straßenmeister hat kein Problem damit, an Rosenmontag zu arbeiten. Von morgens 7 Uhr bis abends um 20.30 Uhr sind die Mitarbeiter der USK unter seiner Leitung im Einsatz, um den gesamten Unrat wieder zu beseitigen. 26 USK-Mitarbeiter waren allein am Montag für die Reinigung des Zuges im Einsatz. Gestern grasten die Kehrmaschinen ein weiteres Mal die Haupt- und Nebenstraßen ab – auf der Suche nach den letzten Schnipseln des Karnevalstreibens.

Der Einsatz nach dem Umzug

Frank Dombek hat alles geplant. Er ist verantwortlich für den Einsatz der drei Müllwagen, der fünf Kehrmaschinen und 15 Kleingebläse, die im Vorfeld jedes Papierchen auf die Straße pusten. Gestern sahen die Klever Straßen nach einer Marathonsitzung schon wieder picobello aus. „Das schöne Wetter hat uns natürlich geholfen“, verrät Dombek. Keine Feuchtigkeit pappte die Papierchen am Straßenbelag fest. „Da kommt auf dem 4,2 Kilometer langen Zugweg ganz schon was zusammen“, sagt der Straßenmeister. An Gewicht mag es nicht viel sein, „aber es liegt ja alles verstreut herum.“

Frank Dombek bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Der leidenschaftliche Triathlet besitzt ein ausgleichendes Gemüt und wenn an Rosenmontag um ihn herum die Welt Kopf steht, bleibt er gelassen. Seit 2002 ist er Straßenmeister in Kleve und für jeden Winkel in der Stadt verantwortlich. Er kommt gebürtig aus Kleve: „In meinem Beruf ist es schon von Vorteil, wenn man auch alle Straßennamen kennt“, schmunzelt er. Regelmäßig ist er mit seinen Kollegen in der Stadt unterwegs, um die Straßen zu kontrollieren – nicht nur zu Karneval.

Selbst gefeiert hat er übrigens nicht. „Altweiber hatten wir eine kleine Betriebsfeier“, sagt der USK-Mitarbeiter etwas trocken. Es klingt fast so, als hätte er lieber gearbeitet ...