Der Ruf der Kalkarer Schulen

Das ev. Jugendheim Kalkar, daneben links Zwischengebäude, die ehemalige Werkstatt, die städt. Jugendheim werden soll.
Das ev. Jugendheim Kalkar, daneben links Zwischengebäude, die ehemalige Werkstatt, die städt. Jugendheim werden soll.
Foto: Astrid Hoyer-Holderberg
Was wir bereits wissen
Nur die Hälfte der Grundschüler geht in die eigenen weiterführenden Schulen. Aber Auswärtige kommen. Aus zwei Jugendheimen mach’ fast eins – mit zwei Türen.

Kalkar..  Viele Kalkarer mögen offenbar ihre Schulen, besonders die Realschule nicht. Von den 127 Abgängern aus den vierten Grundschulklassen bleiben nur 60 in der eigenen Stadt – 67 zieht es woanders hin.

Während in den Vorjahren stets so um die 44 bis 50 Kinder die Realschule wählten, sind es in diesem Jahr nur 27. Zum Jan-Joest-Gymnasium gehen 33 Kalkarer Kinder (Vorjahre 40 bis 44). Die vier zur Hauptschule Angemeldeten müssen täglich nach Rees (Hauptschule Kalkar schließt). Der Schulausschuss ließ sich die Zahlen geben: Aus der St. Luthard- Grundschule Wissel wechseln 10 Kinder zum Gymnasium, 7 zur Realschule, 1 Gesamtschule Goch, 8 Sekundarschule Kleve-Bedburg-Hau, 3 Gaesdonck, 4 Realschule Xanten, 2 “sonstige“ (Förderschule o.ä.). Von der Josef-Lörks-Grundschule Kalkar gehen 19 zum Gymnasium, 19 Realschule, 9 Gesamtschule Goch, 9 Sekundarschule Kleve, 2 Hauptschule Rees, 7 Gesamtschule Sonsbeck, 2 Mädchen-Realschule Xanten. Von der Heinrich-Eger-Grundschule Appeldorn gehen 4 zum Gymasium, keiner zur Realschule, 14 zur Gesamtschule Xanten, 1 Sekundarschule Kleve, 1 Gymnasium Rees, 1 Realschule Xanten, 2 sonst.

Im Gegenzug leben aber Kalkar weiterführende Schulen gut davon, dass sie von außerhalb attraktiv wahrgenommen werden. So kommen zum Kalkarer Gymnasium 25 Kinder aus Bedburg-Hau (Vorjahre 19 bis 14), zur Realschule Kalkar 26 Bedburg-Hauer (zuvor 12 - 16).

Die Parlamentarier debattierten, wie und ob sie den Trend beeinflussen könnten. Die drei Grundschulleiterinnen sagten in der Sitzung, mit Offenen Türen und Elterninfos werde ausreichend geworben.

Politiker wussten: Manche Eltern fürchteten, dass nach der Hauptschulschließung das Niveau der Realschule sinken werde. Bürgermeister Gerhard Fonck sagte: In der Umkehrung sei die Leistungsqualität an Schülern im Gymnasium gestiegen, seit Kalkar (14 000 Einwohner) die Realschule in 1999 gründete.

Er erinnerte, dass Kalkar zum Zweckverband der Gesamtschule Goch gehört, darum alle Schulformen anbiete. Fachbereichsleiter Andreas Stechling erklärte, dass die Zahl eigener Kinder nicht ausreiche, um Gesamtschul- oder Sekundarschulstandort zu werden, fremde Kinder dürfe man nicht dazu zählen, eine Kooperation mit Uedem habe sich ja zerschlagen.

Laut Geburtenstatistik gibt es in den nächsten Jahren folgende Anzahl an Grundschülern: 120, dann 124, 130, 131, 111.

Außerdem berichtete die Verwaltung, dass neben dem evangelischen Jugendhaus in Altkalkar ein Gewerbebetrieb 160 Quadratmeter Gebäude frei gemacht habe. Dort könne das städtische KOT-Heim einziehen, seine Räume im Schulkeller schließen. Es gäbe dann mehr Kooperation und weniger Personalprobleme in einem Gebäudekomplex mit zwei Eingangstüren. Für beide Jugendheime würde der Kreis Zuschüsse zahlen, das habe die Kreisverwaltung bereits im einem Vorgespräch signalisiert. Der Kreis-Jugendhilfeausschuss muss zustimmen. Der Eigentümer ist übrigens Architekt. Umbauten wären nötig: Fenster einbauen, behindertengerechter Zugang. Die Kosten werden jetzt ermittelt.