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Der Plan fehlt immer noch

21.05.2012 | 12:02 Uhr
Der Plan fehlt immer noch
Der Insolvenzplan für den 1. FC Kleve liegt den Gläubigern noch nicht vor. Über die Verwertung eines Grundstückes auf der künftigen Baufläche der Klimaschutzsiedlung wird noch verhandelt. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool

Kleve. Die Insolvenzabwicklung des 1. FC Kleve lässt auf sich warten. Bereits im November 2011 wollte Insolvenzverwalter Eberhard Stock den Plan für den Fußballverein vorlegen. Doch bis heute liegt das Papier auf seinem Schreibtisch und wartet darauf an das Gericht verschickt zu werden. Grund der Verzögerung ist eine noch zu klärende Verwertungsfrage zwischen der Stadt Kleve, dem Sportverein und den Sicherungsgläubigern, u.a. die Volksbank Kleverland. Diskutiert wird über ein Grundstück des Vereins auf dem Gelände der künftigen Klimaschutzsiedlung an der Merowingerstraße.

Juristisch handelt es sich um eine komplizierte Situation. Das gut 1600 Quadratmeter große Grundstück gehört dem 1. FC Kleve und soll nach Angaben des Insolvenzverwalters mit knapp 200 000 Euro belastet sein. So genannter Grundpfandgläubiger ist unter anderem die Volksbank Kleverland. Der Stadt Kleve wurde aber vor Jahren von einem früheren Vereinsvorstand zugesichert, dass das Grundstück lastenfrei der Stadt übertragen wird. Der Anspruch auf Rückübertragung wurde damals ins Grundbuch eingetragen.

„Zahlen können wir nichts“

An dieses Versprechen aus der Vergangenheit kann sich Insolvenzverwalter Eberhard Stock aber aus insolvenzrechtlichen Gründen nun nicht mehr halten. Da der Verein sich in einem Insolvenzverfahren befindet, könne der 1. FC Kleve vor dem Hintergrund der Gläubigergleichbehandlung für dieses Grundstück auch nicht mehr finanziell in die Tasche greifen, um nicht die übrigen Gläubiger zu benachteiligen. „Zahlen können wir nichts. Wir können nur zwischen den Gläubigern und der Stadt moderieren“, so Rechtsanwalt Dobiey, der Sprecher des Insolvenzverwalters. Sonderzahlungen auf Altforderungen aus der Zeit vor der Insolvenz seien nicht zulässig. „Zudem ist das Grundstück wertausschöpfend belastet“, so Dobiey. Es befinde sich darauf ein altes Vereinsheim, welches nicht mehr genutzt werde und im Bebauungsplan 1-053-1 für die Klimaschutzsiedlung ist das Grundstück lediglich als Grünfläche ausgewiesen.

Insolvenzverwalter Eberhard Stock möchte eine einvernehmliche Lösung mit den Parteien erzielen. Man wolle sowohl die Stadt Kleve als auch die Volksbank nicht verärgern. Mit beiden Partnern wolle der Verein in Zukunft gut zusammenarbeiten. Man wünsche sich einen vertrauensvollen Neustart.

Kleve will kein Geld ausgeben

Die Stadt Kleve hat allerdings kein Interesse, für dieses Grundstück Geld auszugeben. Kämmerer Willibrord Haas erinnert an das Versprechen im Grundbuch und sieht auch den Verein in der Pflicht. Die Stadt könne sonst dem Insolvenzplan nicht zustimmen. „Juristisch ist die Sachlage nicht ganz einfach. Da sind zwei unterschiedliche Ansprüche und unterschiedliche Rechtsgebiete zu bewerten“, so Haas. Er gibt aber zu verstehen: „Die Beteiligten müssen sich irgendwie einigen.“ Man versuche gerade zu einer Lösung zu kommen. Auch die Volksbank Kleverland möchte eine einvernehmliche Klärung: „Wir sind in noch jungen Gesprächen mit der Stadt Kleve und dem Verein“, sagt Volksbank-Prokurist Frank Ripkens.

Dass der Insolvenzplan jetzt so lange auf sich warten lässt, sei für den 1. FC Kleve vordergründig kein Problem. „Der Vorstand hält alle finanziellen Vorgaben ein und wirtschaftet sehr gewissenhaft“, so Dobiey. Gleichwohl belaste das Thema die Arbeit des Vereinsvorstandes. Er wünscht sich daher jetzt auch eine zügige Lösung. Für den Insolvenzverwalter ist klar: „Theoretisch könnten die Banken das Grundstück sofort in die Versteigerung geben. Ein Pflicht zur Verwertung besteht aber nicht.“ Banken und Stadt sollten sich über die Höhe eines angemessenen Kaufpreises verständigen. Der Verein hätte im Übrigen von einem Verkauf des Grundstücks nichts.

Bloß kein Hundeklo

Die Volksbank Kleverland denke aber zurzeit nicht über eine Versteigerung nach, so Ripkens. Man wolle erst mit der Stadt Kleve verhandeln.

Die Immobilie an einen Dritten zu veräußern dürfte auch nicht ganz so einfach werden. Denn: Wer möchte ein Grundstück kaufen, das im Bebauungsplan als Grünstreifen ausgewiesen ist? Die Immobilie des 1. FC Kleve liegt zudem inmitten der künftigen Klimaschutzsiedlung.

Das Neubaugebiet ist ein ambitioniertes Projekt der Stadt Kleve. Zwischen Merowingerstraße und Stadion sollen hochwertige Häuser entstehen. Der Stadt Kleve dürfte daher daran gelegen sein, den Grünstreifen zwischen den Baufeldern nicht einem anderen Eigentümer zu überlassen, um nicht Gefahr zu laufen, dass daraus ein unansehnliches Hundeklo wird.

Andreas Gebbink

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2012-05-21 12:02
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