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Erneuerbare Energien

Der Öko-Strom fließt schon

06.07.2011 | 17:57 Uhr
Der Öko-Strom fließt schon
Die Forschungs-Station in dem schwimmenden Plus-Energiehaus in Kalkar Hoennepel. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool

Kalkar.Am Donnerstag, den 7. Juli, wird das schwimmende Forschungslabor auf dem Baggerloch Birgelfeld eingeweiht - nach zweijähriger Bauzeit. Fraunhofer Institut und das RWE sind dabei.

Es ist vollbracht: Nach zweijähriger Bauzeit wird heute das schwimmende Forschungslabor auf dem Baggersee Birgelfeld bei Hönnepel offiziell seiner Bestimmung übergeben. „Seit Mitte Juni speisen wir schon Strom ins öffentliche Netz“, freut sich Kai Artus, Prokurist des Kieswerkes Maas-Roeloffs. Das wiederum gehört zur „HeidelbergCement Groupe“, die sich das sicher einmalige Projekt 500 000 Euro kosten lässt.

Konzept für die Nachfolge-Nutzung

Nicht ohne Grund: Denn um von der Stadt grünes Licht für weitere Auskiesungen zu erhalten, musste das Unternehmen ein städtebauliches Konzept für die Nachfolgenutzung, also ein Konzept mit „gesellschaftlichem Mehrwert“, nicht nur vorlegen, sondern auch umsetzen.

Das auf Stahlpontons schwimmende Labor simuliert quasi ein durchschnittliches 100 Quadratmeter großes Einfamilienhaus. Nur dass die Energie mit modernster Photovoltaik-Technik, Wasserpumpen-Verfahren und Solar erzeugt wird. Wird mehr Strom erzeugt, wenn man statt der normalen Sonneneinstrahlung die Spiegelung des Sonnenlichts auf der Wasseroberfläche nutzt? Dies ist eine der Fragen, die in den nächsten zwei Jahren genau untersucht werden. Artus: „Seit einigen Tagen werden die gesammelten Daten schon automatisch ans Fraunhofer Institut weiter geleitet.“

Verschiedene Photovoltaik-Techniken werden getestet. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool

Spannend ist sicher auch, dass die Wärme, die das Labor benötigt, mittels Wärmepumpe aus dem See kommt. Bis zu fünf Meter tief reichen die Rohre ins Wasser. Die Pumpe mit einer Leistung von drei Kw ist eigens für diesen Einsatz entwickelt worden. Verteilt werden soll die Wärme überdies mit einem Gebläseheizkörper. Der, heißt es, soll verglichen mit konventionellen Heizkörpern 250 Prozent mehr an Leistung bringen.

Ob Solar-Paneele, die knapp über der Wasserfläche montiert sind, ein Tricon-System, das auf Säulen stehend der Sonne hinterher wandert, oder konventionelle Photovoltaik-Module: Welche Technik sich durchsetzt, werden Test in den nächsten zwei Jahren zeigen.

Die Ergebnisse entscheiden darüber, ob ein am Nordufer geplantes CO2-freies Baugebiet realisiert wird. Wie das Forschungslabor funktioniert, darüber können sich auch Schulklassen informieren. „Dafür gibt’s ja den Schulungsraum“, sagt Kai Artus.

Wolfgang Remy

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