„Der Landrat muss sich kümmern“
19.06.2011 | 15:53 Uhr 2011-06-19T15:53:00+0200Kreis Kleve.Das sind zwei Themen, bei denen bekommt Roland Katzy „so ’nen Hals“, da wird er leidenschaftlich. Wie derzeit im Kreis Kleve die Themen Kleinkindbetreuung und Umbau der Schullandschaft ablaufen, macht den SPD-Kreistagsfraktionschef fassungslos. „Der Landrat muss endlich moderieren! Das ist kein moralischer Aufruf, das ist seine Pflicht!“
Bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren gebe es „überhaupt keinen Grund, weshalb man in Kleve mehr zahlt als in Kalkar oder Weeze“, weshalb die Eltern auf der eine Straßenseite in Bedburg-Hau 600 Euro mehr geben müssen als die gegenüber für die gleiche Kinderbetreuung. „Bildung ist ein Grundrecht“ und fange bei den Kleinsten an. Eigentlich arbeiteten die Politiker doch daran, die Gebühren ganz abzuschaffen. Die Stadt Kleve – und da ausdrücklich Kämmerer Willibrord Haas – fordert Katzy auf, die Prioritäten zu verschieben, mehr in Familien und Bildung zu investieren.
Mit Blick auf die Stadt Goch fasst er auch das Thema Tagesmütter dazu. Auch da sei es Job des Landrates zu moderieren, dass es einheitliche Qualifizierung von Tagesmüttern gebe und nicht Sechs-Wochen-Kurs hier, zwei Jahre Kinderpflegerinnenausbildung da. „Es wird Zeit, dass der Kreis das in die Hand nimmt“ mit dem Ziel der Einheitlichkeit, fordert der Politiker.
„Kirchturmdenken schadet der Zukunft der Kinder“
Die Jugendpflege sei Angelegenheit des Kreises, auch wenn er „nur“ für elf Kommunen zuständig sei und fünf Städte eigene Jugendämter unterhielten, bleibe die Kontrolle doch beim Kreis. „Der Landrat soll sich endlich darum kümmern“ und nicht gleich aufgeben, wenn ein Bürgermeister ein Thema ablehne. Der einstimmig beschlossene SPD-Antrag auf gemeinsame Ziele für die Bildungslandschaft stamme aus Mai 2008. Da tue sich nichts. Wenn die Region nicht unter einen Hut zu kriegen sei, könne man ja teil-regional denken.
Das gelte auch für den Schulentwicklungsplan. „Man wird niemandem die Eigenständigkeit wegnehmen, sondern koordinieren,“ statt darauf zu warten, dass sich in den Gemeinden „jemand rührt“, appelliert Roland Katzy. Das sei die Rolle, die er von Landrat Wolfgang Spreen einfordere. „Wenn nicht hier, wo denn sonst?“ fragt Katzy mit Blick auf Kreis Kleves letzten Platz im Bildungsranking des Landes und niedrige Abiturientenquote. Und angesichts der Tatsache, dass es Bildungsbüros/Stabsstellen in 48 der 52 Städte und Kreise in NRW gibt. Katzy: „Kirchturmdenken schadet der Zukunft der Kinder“.
09:38
Da müßte Hr. Katzy aber erst mal seine eigenen Genossen in den Stadt- und Gemendereäten überzeugen - wie die zuweilen, und dann insbesondere in Kleve, die Verwaltungs- und CDU-Vorlagen ab- und durchnicken ist schon erschreckend...!