Der Kampf gegen Windräder

Kalkar..  Am Montag wird es spannend für Frank Hohl. Dann wird die Politik in Kalkar während einer Sondersitzung des Bauausschusses noch einmal über die Errichtung von Konzentrationsflächen für Windräder diskutieren. Für Frank Hohl hat diese Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP) eine besondere Bedeutung, denn unmittelbar vor seiner Haustür könnten dann drei Anlagen aufgestellt werden. Frank Hohl ist der Meinung, dass dies unzumutbar ist: „Ich liege mit meinem Haus genau dazwischen. Ich sehe die Anlagen auf meiner Terrasse, ich sehe sie von meinem Küchenfenster. Ich kann dieser optischen Bedrängung nicht ausweichen. Wo soll ich denn hin? In den Keller?“

Permanente Bewegung

Die Größe der Anlagen ist für Frank Hohl nicht einmal das größte Problem: „Es ist die permanente Bewegung des Rotors. Man muss unweigerlich immer hingucken, weil das Auge darauf reagiert“, sagt er. Von seiner Garten-Terrasse blickt er zurzeit auf eine Hochspannungstrasse. Künftig kämen noch zwei Windräder dazu.

Frank Hohl weiß, dass der Flächennutzungsplan noch nichts darüber aussagt, ob die Windräder am Ende tatsächlich gebaut werden. „Aber wenn jetzt schon klar ist, dass drei Anlagen an meinem Haus wahrscheinlich nicht zulässig sind, warum nimmt man dann die Flächen dafür in den Plan auf“, fragt sich der Landschaftsgärtner.

Sollte der Flächennutzungsplan vom Rat der Stadt Kalkar am Donnerstag genehmigt werden, dann bleibt Hohl nur der Weg gegen mögliche Investoren zu klagen. Für die Errichtung eines Windrades braucht ein Investor – in diesem Fall sind das die Nachbarn von Frank Hohl – eine Baugenehmigung, die vom Kreis Kleve nach einer Einzelfallprüfung erteilt werden kann. Letztlich wägt der Kreis Kleve in dieser Prüfung die Belange von Investoren und Frank Hohl ab. Was zumutbar für Anwohner ist und was nicht, darüber gibt es bereits viele Urteile in der Rechtsprechung.

Sitzung am Montag

Das Forum Kalkar hatte bei den Beratungen zum Flächennutzungsplan noch zahlreiche Fragen an den Fachplaner gestellt. Bürgermeister Gerhard Fonck teilte der NRZ gestern mit, dass die Antworten nun vorliegen und den Fraktionen zugestellt wurden. Am Montag könne man dann abschließend darüber beraten. Der Bauausschuss tagt um 18 Uhr.