Der Kampf gegen das Böse

Kleve..  Die Bühne am Sonntag bleibt leer. Der Zuschauerraum ist aber hoffentlich gut gefüllt. Zu sehen gibt es dann nämlich nichts im Theater im Fluss. Dafür so einiges zu hören. Und zwar ein Hörspiel mit dem programmatischen Titel „Der Kampf gegen das Böse“. Zweieinhalb Stunden dauert es, 30 Personen haben daran mitgewirkt, fünf Monate dauerte der Entstehungsprozess.

Mit und ohne Handicap

Eine der vielen Besonderheiten: Mitgewirkt haben Menschen mit und ohne Handicap. „Das Hörspiel hat mir geholfen, besser mit schwierigen Situationen umgehen zu können“, erzählt Sebastian Schminke. Er spricht die Hauptrolle. Gewissermaßen spielt er sie auch. Denn: „Wir haben viele Theater- und Ausdrucksübungen gemacht“, erklärt Theatermacher Harald Kleinecke. Sogar Kampfszenen mit Krücken und Schwertern gab es - um die richtige Geräuschkulisse aufnehmen zu können. Statt in große technische Apparaturen investierte die Crew lieber in Gruppenarbeit. „Ich habe bei so etwas zum ersten Mal mitgemacht“, sagt Tobias Kasten. „Das hat riesigen Spaß gemacht.“ Soviel Spaß, dass sogar eine Fortsetzung als Theatergruppe möglich scheint.

Jetzt, da alles fertig gemischt ist,

Ausgedacht und ausgearbeitet hat die Geschichte Daniel Schuster. „Angefangen hat es damit, dass ich mir mit meinem Cousin Gutenachtgeschichten erzählt habe“, erinnert er sich. Da waren die beiden 16 Jahre alt. Und die Geschichte von Marc, den das Böse durch den Fernseher hindurch schwer verletzt und der daraufhin auszieht, das Böse zu suchen, fand er so gut, dass er sie aufschrieb. Den Roman nun wiederum in ein Hörspiel umzuwandeln, konnte er nun mit dem Theater im Fluss realisieren. Und weil es sich um ein vorbildliches Inklusionsprojekt handelt, unterstützte die Aktion Mensch die Produktion finanziell.

Unglaublich stolz

Während der Realisierungszeit erweiterte Schuster das ursprünglich 30-seitige Manuskript auf 90 Seiten. „Am letzten Akt haben wir an einem Mittwochabend von 20 Uhr bis halb eins morgens geschrieben“, erzählt Schminke. Währenddessen hatte der erfahrene Theater-im-Fluss-Schauspieler Severin Roth schon mit dem Schneiden zu tun. „Manchmal musste ich dreißig Spuren übereinander legen“, sagt er. „Ich bin unglaublich stolz, was wir alles in dem halben Jahr erreicht haben“, findet Schuster. Eine erste Hörprobe hat jedenfalls Geschmack auf Mehr gemacht: Prägnante Stimmen und Situationen, realistische Effekte und eine spannende Handlung.

Wohlgemerkt handelt es sich nicht um eine CD, die man im Buchhandel kaufen kann. Aber man kann sie im Theater im Fluss am Sonntag um 16 Uhr bei freiem Eintritt hören. Anschließend gibt es eine Premierenfeier.