Der große Run auf den Kindergarten

Goch..  Seit August 2013 gilt der Rechtsanspruchs für unterdreijährige Kinder auf einen Betreuungsplatz. Mit Nachwirkung. Schon im vergangenen Frühjahr habe man auf die „problematische Situation in Goch“ hingewiesen, erklärt der Jugendamtselternbeirat JAEB aktuell im Schreiben an die Mitglieder des Dienstag tagenden Jugendhilfeausschusses. Diese zwinge Eltern ihre Kinder in U3-Gruppen anzumelden.

„Sie tun dies auch wenn erst später Bedarf für die Eltern wäre, um sicherzustellen überhaupt einen Platz in einer für sie geeigneten Kindertagesstätte zu bekommen, wenn ihr Kind über drei Jahre ist“, schreibt der JAEB. So seien nun „sogar Kinder über drei Jahre durch Kündigung bedroht, da sonst kein Platz“ für die angemeldeten U3-Kinder wäre.

Die Kleinsten verdrängen die Überdreijährigen. Durch den „Zwang zur Anmeldung ohne Bedarf“ würden mehr U3-Plätze in Anspruch genommen als nötig wären, „was zu einer Verzerrung des realen Bedarfes an Kindergartenplätzen in Goch führt.“ Dagegen hilft, aus Sicht des JAEB, die „verlässliche Umsetzung eines mehrjährigen vorausschauenden“ Kindergartenbedarfsplanes. Dass es diese Verdrängung wirklich gibt, bezweifeln die Lokalpolitiker gar nicht.

„Aber das ist kein Gocher Problem, sondern ist im landesweiten Ausbau begründet“, sagt die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Katharina Verhoeven-Scholz (CDU).

Einen Langzeittrend sieht sie nicht: „Jetzt gibt es eine starke Nachfrage. Diesen Boom kann man aber nicht vorkalkulieren. Außerdem weiß ich von Einrichtungen die sagen, die Entwicklung wird sich in zwei Jahren verflüchtigt haben.“ Ein dazu passendes Modell sieht Verhoeven-Scholz in der angedachten, auf zwei Jahre begrenzten, Notgruppe für St. Martinus Pfalzdorf. Der Antrag hierfür liegt bereits vor.