Der Fischotter ist zurück in der Düffel

Der Fischotter ist in der Düffel wieder gesichtet worden.
Der Fischotter ist in der Düffel wieder gesichtet worden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Erfolgreicher Naturschutz – Gefährdete oder selten gewordene Arten sind erfolgreich wieder angesiedelt oder ausgewildert worden

Kleve..  Der Fischotter ist zurück! Das ist eine sensationelle Nachricht und ein großer Erfolg für den Naturschutz. Jedenfalls zunächst einmal für den niederländischen Naturschutz, denn von dort ging die Initiative für die Wiederansiedlung dieser seltenen und anspruchsvollen Marder aus.

Mit Fotofallen an den Wanderstrecken der Otter konnte nachgewiesen werden, dass Einzeltiere auch durch die Düffel auf deutscher Seite streifen. Anhand von Gen-Analysen aus Kotproben wurde sogar gezeigt, dass mindestens zwei verschiedene Individuen in einem größeren Streifgebiet unterwegs sind. Hoffen wir mal, bei allen Vorbehalten gegenüber durchaus diskussionswürdigen Auswilderungsprojekten, dass die Otter die ökologisch anspruchsvollen Lebensräume finden, die sie brauchen, um dauerhaft bei uns überleben zu können. Der Biber scheint das jetzt jedenfalls geschafft zu haben. In vielen Naturschutzgebieten ist er mittlerweile wieder heimisch geworden. Dort fällt er Bäume, weil er die zur Nahrung braucht und baut Dämme, um den Wasserstand für den Eingang zu seiner Biberburg konstant hoch zu halten. Durch seine Aktivität ist er in der Lage, Landschaften mit zu gestalten. Es ist eine Herausforderung für uns, dem Biber solche Freiräume in unserer durchgeplanten Kulturlandschaft zu lassen.

Und was waren die Highlights in der Vogelwelt? Unter den Brutvögeln ist sicherlich der großartige Brutbestand des Rotschenkels in der Hetter zu nennen. Zum Abschluss des Projekts „LIFE-Limosa-Habitat-Hetter“ wurden dort nach umfangreichen Maßnahmen sagenhafte 19 Revierpaare nachgewiesen. Das ist die Hälfte des Gesamtbestandes in ganz Nordrhein-Westfalen! Wo wäre der Rotschenkel ohne das Projekt gelandet? Die viel wichtigere Frage ist aber, wo man als nächstes aktiv werden wird, um die Art vor dem Aussterben in NRW zu bewahren?

Aber wo wir gedanklich schon mal in der Hetter gelandet sind: Dort gab es ganz besonders im Herbst viele außergewöhnliche Naturbeobachtungen. Zum Einen waren da die vielen Weißstörche, die mit bis zu 20 Exemplaren noch bis in den November zu beobachten waren. Zu einer Zeit also, als die Artgenossen schon längst in Südspanien oder Afrika angekommen waren.

Durch viele Mäuse angelockt

Anfang Dezember wurden dann in der Hetter zwölf Sumpfohreulen gezählt. Die Vögel waren vorher schon auf Salmorth beobachtet worden und wurden wohl durch die vielen Mäuse angelockt, die in diesem Spätsommer mancherorts extrem dichte Bestände aufgebaut hatten. Die Sumpfohreule ist in normalen Jahren bestenfalls in einzelnen Exemplaren mal am Niederrhein zu beobachten und wird immer seltener. Die Brutvorkommen bei uns sind erloschen und auch in den nördlichen Brutgebieten wird die Art immer seltener, so dass die Sumpfohreule europaweit als stark vom Aussterben bedroht gilt. Und dann sind 12 Exemplare auf einmal bei uns zu beobachten! Hoffentlich nicht zum letzten Mal!

Mein persönliches Highlight ist aber beinahe alljährlich das singende Blaukehlchen im Kranenburger Bruch. Dazu muss ich schon ganz früh morgens im Gebiet sein. Der Gesang des Blaukehlchens ist das Erste, was man vor Tagesanbruch hören kann und das auch nur für kurze Zeit. Denn schon kurz darauf setzt die Singdrossel ein - und übertönt den leisen Gesang der zarten Blaukehlchen. Was für ein schöner Moment aber, wenn ich dann noch einmal bei Sonnenaufgang das Glück habe, ein Blaukehlchen an einem Schilfhalm zu beobachten, singend und mit tiefblau gefärbter Brust. In diesem Jahr hatte ich mein Highlight jedenfalls schon im März.