„Den Klimazielen nicht verschließen“

Kranenburg..  Zu Beginn der Ratssitzung am Donnerstag Abend nahm Bürgermeister Günter Steins Stellung zur Diskussion um die geplante Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich des Kartenspielerwegs (siehe auch Text oben) und trat Kritik der Initiative Gegenwind Reichswald, die Öffentlichkeit sei nicht ausreichend informiert worden entgegen.

„Ich darf daran erinnern, dass die erste öffentliche Informationsveranstaltung am 18. Februar 2014 in Ven-Zelderheide stattfand,“ so Steins. Der Rat befürworte eine Konzentrationszone für Windenergieanlagen am südlichen Reichswaldrand, um damit ein Steuerungsinstrument zu erlangen. „Die Einrichtung einer solchen Zone bedeutet, dass die Errichtung von Windenergieanlagen außerhalb dieser Zone nicht genehmigungsfähig ist.“ Würde eine solche Zone infolge eines ablehnenden Ratsbeschlusses nicht eingerichtet, wäre die Genehmigung von Einzelstandorten an allen genehmigungsfähigen Standorten in der Gemeinde möglich.

Der jetzt angestrebte Standort wurde durch ein Potenzialanalyse bestimmt. „Die Behauptung, der Standort sei absichtlich deshalb gewählt worden, weil die Sichtbezüge aus Kranenburg minimiert werden sollten, ist unwahr“, stellt Steins klar.

Außerdem: „Es ist davon auszugehen, dass die Gemeinde Kranenburg sich der klimapolitischen Zielsetzung des Landes NRW mittelfristig nicht verschließen kann und der Nutzung der regenerativen Windenergie substanziellen Raum verschaffen muss,“ sieht der Bürgermeister voraus.

Einnahmen, die durch den Betrieb der geplanten zwölf Anlagen erzielt würden, beziffert Steins auf ca. 200 000 Euro. „Dieses Geld fließt ausschließlich der Gemeinde zu.“

Ohne Zweifel habe das Thema hohe gesellschaftliche Brisanz, „sonst wären Sie heute nicht alle hier“. Und es sei unbestritten, dass das Landschaftsbild generell durch Windkraftanlagen beeinträchtigt werde. „Zur Beurteilung können nur relative Maßstäbe herangezogen werden, denn die Frage der Beeinträchtigung kann nur aus der persönlichen Sichtweise des Einzelnen heraus beantwortet werden.“