Deichbau soll schneller gehen

Deichverband Xanten-Kleve: Andreas Ploenes, 2. stellv. Deichgräf Hans-Heinrich Beenen, Deichgräf Johannes van Betteray, 1. stell. Deichgräf
Deichverband Xanten-Kleve: Andreas Ploenes, 2. stellv. Deichgräf Hans-Heinrich Beenen, Deichgräf Johannes van Betteray, 1. stell. Deichgräf
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Der Deichverband Kleve-Xanten legt auf Wunsch der Landesregierung einenneuen Fahrplan für die Sanierung der Rheindeiche vor

Kreis Kleve..  Der Deichverband Kleve-Xanten hat einen neuen Fahrplan für die Deichsanierungen am Rhein vorgelegt. Bis 2025 sollen jetzt alle Deichabschnitte im Verbandsgebiet fertig sein. Damit sollen die Arbeiten auf Wunsch der Landesregierung gut zwei Jahre schneller vonstatten gehen als ursprünglich geplant. Insgesamt muss der Deichverband noch 92 Millionen Euro investieren. In den kommenden Jahren werden die Beiträge deswegen auch erhöht werden müssen, so Deichgräf Hans-Heinrich Beenen.

Gewässerbeitrag steigt

Für das kommende Jahr bleiben die Hebesätze für den Hochwasserschutzbeitrag und den Schöpferwerksbeitrag stabil. Der Gewässerbeitrag wird wegen der zusätzlichen Maßnahmen durch die Wasserrahmenrichtlinie angehoben. Für bebaute Flächen werden künftig 0,99 Euro je Ar erhoben (zuvor 0,92 Euro). Unbebaute Grundstücke werden mit 0,07 Ar belastet (0,06 Euro).

Für den Deichbau darf der Verband immer noch mit einer 80-prozentigen Förderung des Landes rechnen. „Allerdings haben wir keine Zusage, dass dies auch in Zukunft so bleibt“, so Beenen. Bereits eine 10-prozentige Senkung der Landeszuschüsse würde für den Deichverband Mehrkosten in Höhe von 9,2 Millionen Euro bedeuten: „Das wird sich gravierend auf die Hebesätze durchschlagen“, so Beenen. Für das kommende Jahr beträgt die Summe aller Verbandsbeiträge 2,608 Millionen Euro im Jahr (2,572 Mio. Euro im Jahr 2014).

Mit den ersten Projekten für die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie beginnt der Deichverband in diesem Jahr. Geschäftsführer Bernhard Schlüß teilte mit, dass man für die Kalflack eine Aufweitung plane und auch die Mäharbeiten an der Uferböschung abschnittsweise ändern werde, um Kleinstlebewesen einen Lebensraum zu bieten. Der Deichgräf betonte allerdings, dass auch in Zukunft die Hauptaufgabe des Deichverbandes der Hochwasserschutz sei und nicht die Anlage von Biotopen. Außerdem achte der Verband sehr genau darauf, dass der Wasserabfluss auch bei Starkregenfällen nach wie vor gewährleistet bleibt.

Deiche werden etwas höher

Die anstehenden Deichsanierungen werden nach Auffassung des Geschäftsführers kaum zu großen Rückverlegungen führen: „Der Rhein wird nicht viel mehr Platz bekommen als jetzt“, so Schlüß. Die Deiche werden durchschnittlich 30 Zentimeter höher gebaut. Grundlage für die Berechnungen ist eine Abflussmenge von 14500 Kubikmetern je Sekunde am Pegel Emmerich. Mögliche Veränderungen durch den Klimawandel wurden bei den Berechnungen noch nicht berücksichtigt.