„De Wölfkes“ gaben sich global

Griethausen..  Wenn man nach den tollen Tagen das ein oder andere Zipperlein hat, ist dies in der Regel Normalität. Wenn aber zu Beginn der Karnevalszeit wichtige Stützen in einem kleinen Verein krankheitsbedingt wegbrechen, ist das nicht zu leicht aufzufangen. Die Karnevalisten aus Griethausen haben in diesem Jahr das Problem, meisterten dieses jedoch mit viel Improvisationstalent und boten ihrem Publikum am Freitagabend trotzdem ein rund fünfstündiges, buntes Programm. „Jetzt wird es international, die Wölfkes geben sich global“ lautet das Motto der Session 2014/15.

Conferencier Dietmar Daams führte in souveräner Manier durch das Programm, welches durch den Einzug der „Länder-Präsentation“ pünktlich um 19.11 Uhr gestartet wurde. Die FF-Girls (Andrea Arzt, Petra Daams, Gabi Evers, Waltraud Heiting, Petra Maaßen, Sandra Deroy, Ute Maaßen und Martina Michels) gaben einen musikalischen und visuellen Einblick in aller Herren Länder.

Pohlands Hörgeräte

Für die passende Stimmung sorgten zum Auftakt die „Ströpkes“, die unter der Leitung von Yvonne Kup, Silke van den Busch und Nina Thyssen einen perfekten Gardetanz auf der Bühne präsentierten und diese erst nach einer Zugabe wieder verlassen durften.

„Schöne Mädchen und schöne Kostüme“ wurden angesagt, aber geboten wurden alte Säcke in alten Lumpen. Die Schenkenhauser Feierwehrkapelle sorgte mit einer Einlage für Gelächter. Sie waren überhaupt noch nicht an der Reihe. „Die Hörgeräte von Pohland waren auch mal besser“, kommentierte Daams die Szene und bat zum Ausmarsch und die Bühne wurde frei für die „Las Lobitas“. Mit auf eine Reise durch Europa nahmen sie die Zuschauer und sorgten am kalten Niederrhein für ein verfrühtes Urlaubsgefühl (Ann-Kathrin Wertz, Lea Merling, Veronique Kessler, Aisha Deroy, Delia Deroy, Franziska Ketelaer, Marie Böhling, Marie Jansen, Isabel Ehren, Louisa Verhaßelt).

Anschließend standen Ludger Jansen als Rabe und Rene Hübbers als Storch auf der Bühne. Als „zwei schräge Vögel“ auf dem Weg in den Süden machten sie Station am Niederrhein und berichteten von ihren Rundflügen über die Republik. Zugfahrten mit der „Fährtse“, der Deutschen Bahn inbegriffen (Fährtse oder fährtse nicht).

Nachdem sie sich endlich nach mehrmaligem Aufruf von der Theke loseisen konnte, versuchte sich die Schenkenhauser Feierwehrkapelle an einem zweiten Auftritt. Zu den Klängen von „Wej sinn de Brejpott-Quaker“ marschierten sie, sehr zur Freude der zahlreichen grüne Gäste aus Kellen ein, wähnten sie sich doch im Schützenhaus des Nachbarorts. Doch der Irrtum wurde aufgeklärt und schnell erkannte der Kommandante: „Wat will je in Källe int Schützenhuis, da maakt den Nachbar so vööl Gedrüß, da koi op de Bühne goon, en ow eigen Wort nicht verstoon“.

Die sieben Mini-Tenöre premierten mit einer schnittigen Play-Back-Show und sorgten mit ihrem Puppentheater für Stimmung und Gelächter. Ohne eine Zugabe wurden die Zwerge (Michael Wertz, Lars v. Acken, Andreas Jaroniak, Helmut Deroy, Jürgen v. Acken, Stephan Monien, Jens Kup) nicht entlassen.

Einen schwungvollen Showtanz boten die „Altrheinnixen“ unter der Leitung von Birgit Diermeier und Maren van Acken. Mit dem Thema Afrika waren sie wie immer ein Garant für hohe tänzerische Qualität und eine Augendweide nicht nur für Jung, auch für Alt.

Als Michael Wasser als Stimmenimitator das Podest erklimmte, und mit seinen Melodien zu (Lach)-Tränen rührte, neigte sich der amüsante Abend langsam seinem Ende entgegen.