„Das Theaterprogramm ist besser geworden“

Verrücktes Blut Ensemble
Verrücktes Blut Ensemble
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
rotzdem wollen es nur wenige sehen. Kulturamtsleiterin Annette Wier zog für das vergangenen Jahr Bilanz: „Es ist schwer, die Gruppe zwischen 30 und 50 Jahren anzusprechen“.

Kleve..  Das Theaterprogramm der Stadt Kleve befinde sich auf einem richtigen Weg. Annette Wier, Leiterin des Fachbereiches Kultur in Kleve, merkt, dass die Besucher der vergangenen Theatersaison über die gestiegene Qualität überrascht waren. Offenbar habe man nun einen guten Mix gefunden zwischen Amüsement und ernsteren Theaterstücken. „Das gute Programm muss sich allerdings noch weiter herum sprechen“, so Wier.

Schlange vor der Kasse

Denn nach wie vor kommen nur wenige Besucher zu den Vorstellungen. Im Durchschnitt waren es im vergangenen Jahr 180 bis 200 Besucher je Vorstellung. „Das anspruchsvolle Theater ist jetzt auch wirklich gut“, so Wier. Das bestätigte auch Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne): „Der Stil des Theater hat sich verändert“, sagte sie. Und auch Jörg Cosdar (CDU) berichtete über sehr zufriedene Theaterbesucher: „Das Programm ist besser geworden. Es muss sich nur noch mehr herumsprechen. Bei der letzten Vorstellung gab es sogar eine kleine Schlange vor der Kasse.“

Gemeinsam mit einer Gruppe engagierter Theatermacher hat sich die Stadt in der Vergangenheit zusammengesetzt und überlegt, wie man das Programm besser gestalten könne. „Nur leider kommen nur wenige. Die Klever fahren lieber ins Ruhrgebiet oder nach Düsseldorf, als sich eine Vorstellung in der Stadthalle anzusehen“, klagt Wier.

Sie habe den Eindruck, dass das Publikum im Theater auch eher belustigt werden möchten: „Viele wollen eigentlich nichts Anspruchsvolles“, glaubt Wier. Die Stadt habe ihr Programm nun bereits sehr geöffnet: „Im Theatergremium werden wir mit Sicherheit darüber reden müssen, wie wir jetzt weiter verfahren.“ Unter anderem müsse der Kontakt zu den Schulen noch intensiviert werden.

Die Konzertreihe der Stadt Kleve laufe nach wie vor besser. Im Schnitt kommen 330 Besucher, darunter 240 Abonnenten. Das Abo-Publikum sei älter: „Es ist schwierig, die Gruppe zwischen 30 und 50 Jahren anzusprechen“, so Wier. Beim Kindertheater habe man im Durchschnitt 200 Kinder in der Stadthalle. Aber auch hier sei es schwer, die Kinder ins Theater zu bekommen. Ein Experiment mit vorgezogenen Abendvorstellungen (18.30 Uhr) habe nicht richtig gezogen. Und ein Theaterprogramm zu Schulzeiten wolle man bewusst nicht anbieten. „Dann gehe es nur um den Aspekt: Hurra wir haben keine Schule“, so Wier. Die Stadt wolle aber weiterhin am Jugendtheater festhalten.