Das kann Kirche

Sie organisieren den Kirchentag.
Sie organisieren den Kirchentag.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Katholiken und Protestanten laden zum ersten ökumenischen Stadtkirchentag nach Kleve.Zwischen Stifts- und Versöhnungskirche präsentieren sich zahlreiche christliche Gruppen

Kleve..  Über die Kirche kann man sich wundern: Am Sonntag sitzt kaum noch jemand in den Kirchenbänken, aber wenn die Kirchentage organisiert werden, dann strömen Tausende zum Festivalgelände, beteiligen sich an Arbeitsgruppen und Gesprächsrunden, informieren sich über das breite Angebot. Einen ähnlichen Effekt wünschen sich die Organisatoren des ersten Klever Kirchentages, der von Katholiken, Protestanten und Freikirchen am Sonntag, 21. Juni, erstmals organisiert wird: „Die Messe am Sonntag allein ist nicht der Maßstab“, sagt Schirmherr und Bürgermeister Theodor Brauer. Und meint damit: Kirche ist mehr als Gottesdienst.

Stellenwert der Kirchen

Welchen Stellenwert haben die Kirchen in Kleve? „Sind wir überhaupt noch gefragt? Oder sind wir noch viel mehr gefragt als jemals zuvor?“, fragt sich die evangelische Pfarrerin Elisabeth Schell. Der Kirchentag solle neue Impulse geben für die gesamte Stadt. „Wir wollen zeigen, was wir leisten“, sagt der katholische Pfarrer Christoph Grosch. „Mit Kirche verbindet man in der Tat leere Gotteshäuser, aber wir leisten so viel mehr.“ Zwischen Stiftskirche und Versöhnungskirche werden sich daher an diesem Tag zahlreiche Vereine und Gruppen präsentieren und ein buntes Programm bieten. Das Motto des Kirchentages lautet: „Salz der Erde“.

Kritischer Dialog

Schirmherr Theodor Brauer wünscht sich einen kritischen Dialog. Es sei wichtig zu fragen, wie sich die Kirchen in einer säkularisierten Welt präsentieren. „Meine Arbeit ist ohne Konfessionen undenkbar“, sagte Bürgermeister Brauer. Viele Dienstleistungen, ob Kindergärten oder Caritas-Arbeit, seien so selbstverständlich. Und deswegen werde kaum darüber gesprochen: „Vielleicht finden die Menschen durch diesen Tag wieder einen Zugang zur Kirche. Und ich wünsche mir kritische Diskussionen und einen Dialog. Denn Menschen reden viel zu wenig miteinander“, sagte Brauer.

Der Bürgermeister ist sich sicher, dass die Kirchen in Zukunft immer bedeutender werden: „Der Glaube ist Grundlage unserer Lebensbedingungen“, so Brauer. Es sei wichtig, dass man sich zum Glauben bekenne. „Das gehört auch dazu“. Der Kirchentag soll Dialoggrundlage für christliche Themen sein.

Rund um die Stiftskirche wird es ein großes Programm geben, auch die Hagsche Straße wird bis zur Versöhnungskirche einbezogen. Die Organisatoren hoffen auf Tausende Besucher. Am Nachmittag werden Hedwig Meyer-Wilmes, Beate Ihle-Fischer, Hans-Joachim Wefers, Ron Manheim, Allwin Alex und Ludger Kazmierczak auf einem Podium vor der Stiftskirche über sozial-politische Themen diskutieren.