Das jecke Hüpfen gegen kalte Füße
14.02.2010 | 18:07 Uhr 2010-02-14T18:07:00+0100
Bedburg-Hau. Beim Tulpensonntagsumzug in Bedburg-Hau ließen sich die Narren von frostigen Temperaturen wenig stören
Es ist schon erstaunlich, wie nah Freud und Leid beieinander liegen. Zunächst werden etwas unzufriedene Grimassen gezogen, aber sobald es losgeht, weichen diese einem großen Strahlen. Diese Beobachtung konnte man beim gestrigen Tulpensonntagsumzug in Bedburg-Hau machen, als die Gäste gegen die Kälte kämpften und für die Jecken lachten.
Dick eingepackt versammelten sich etliche Karnevalsfreunde an der 4,8 Kilometer langen Strecke, um die insgesamt 32 Wagen, Fußtruppen und natürlich besonders Prinzessin Sarah I. zu bestaunen.
Bonbon-Jäger bekämpfen hüpfend kalte Füße
Jedoch spürte man, dass die Temperaturen einigen aufs Gemüt schlugen: Wenn gerade mal ein kurzer Zwischenstopp eingelegt wurde, dann hüpfte mancher Bonbon-Jäger schnell von einem Bein auf das andere. Der guten Laune tat dies aber keinen Abbruch: Gerade den Kindern, die auf Papas Schultern oder an Mamas Hand Kamelle sammelten, sah man den Spaß an.
Darunter war auch der zweieinhalbjährige Miniaturfeuerwehrmann Killian, der sich auf Mamas Arm die Poleposition für's Schnuppfangen sicherte. Gefallen hat es ihm: „Ich bin ja auch Feuerwehrmann.” Na, da hatte er Recht und versprach, im Notfall viele kleine Prinzessinnen zu retten.
Thematisch gab es einiges Neues: Als Anspielung auf die JVA-Pannen konnte man einen Blick in die rollende JVA Louisendorf erhaschen. Und die Schneppenbaumer Feuerwehr entführte einen ins Dubaier Luxusleben. Interessant war es, die Stimmung auf jedem Wagen zu beobachten; es wurde ausgelassen zu lauter Musik getanzt, gehüpft und gegrölt. Schön, dass sich davon die etwas älteren Zuschauer nicht abschrecken ließen. Die Eheleute Hellwig aus Bedburg-Hau sind seit rund 40 Jahren fast jedes Mal beim Zug dabei gewesen, und „es gefällt uns noch immer so gut wie damals. Der Zug ist größer geworden, aber alles ist so jeck wie früher”.
Und so hüpften mehrere Generationen von einem Bein auf das andere, lachten und tanzten und naschten Kamelle. Nicht das Alter, sondern die Karnevalsliebe zählten... so geht's zu im Bedburg-Hauer Straßenkarneval.
0mitdiskutieren