„Das funktioniert so nicht“

Dr. Klaus Krebber kritisiert die Vorschläge der KV.
Dr. Klaus Krebber kritisiert die Vorschläge der KV.
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Was wir bereits wissen
Politiker aus dem Kreistag kritisieren die angedachte Notdienstversorgung

Kreis Kleve.  Klaus Krebber, Abgeordneter der CDU im Kreistag, lässt kein gutes Haar an den vorgestellten Plänen zur hausärztlichen Notdienstversorgung der Kassenärztlichen Vereinigung (wir berichteten). „Ich fürchte, dass dieses System nicht funktionieren wird“, so Krebber.

Der langjährige Hausarzt wisse aus Erfahrung, dass Patienten, die keinen Arzt in Reichweite haben, einfach zum nächsten Krankenhaus fahren werden. Krebber erwartet daher, dass die Notfallambulanzen der Krankenhäuser deutlich mehr zu tun bekommen werden: „Die Wege zu einer der beiden vorgeschlagenen Notdienstpraxen sind einfach zu weit“, so Krebber. „Es werden noch mehr Menschen in ein Krankenhaus gehen. Machen wir uns doch nichts vor. Das ist die Praxis.“

Unterstützt wird seine These durch ein Gutachten zur ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus, erstellt durch die Deutsche Krankenhaus Gesellschaft. Demnach gleichen die Krankenhäuser „in immer stärkerem Umfang die unzureichende Präsenz der vertragsärztlichen Versorgung aus“. Diese Versorgung bekommen die Krankenhäuser allerdings nur unzureichend vergütet. Einem Erlös von 32 Euro je Behandlung stehen 120 Euro Kosten gegenüber, heißt es in dem Bericht.

Landrat Wolfgang Spreen beklagt, dass die Vertreter vor Ort, vor allem die Gesundheits- und Pflegekonferenz, von der Entscheidung der KV nicht informiert worden sind. Er hat einen Brief an den Hauptgeschäftsführer der KV geschickt, mit der Bitte, das neue System zu überdenken. Bis heute habe Spreen keine Antwort erhalten: „Im Moment habe ich nicht den Eindruck, dass ich gehört werde. Ich würde mich auch freuen, wenn ich wenigstens eine Antwort bekommen würde“, sagte Spreen.