Das Festival erleben

Sie freuen sich auf das Festival Parookaville in Weeze, von links: Ludger van Bebber (GF Airport Weeze), Nadja Gärtner (Warsteiner Brauerei), Rochus Grolle (Warsteiner Brauerei), MOGUAI (DJ und Produzent, Ruhrgebiet), Norbert Bergers (Veranstalter, Next Events GmbH), Jan-Christian Zeller (1LIVE Moderator und DJ), Ulf Börner (Penny-Markt GmbH), Bernd Dicks (Veranstalter, Next Events GmbH) und Enrico Scherer (Vertriebsleitung Penny-Markt GmbH).
Sie freuen sich auf das Festival Parookaville in Weeze, von links: Ludger van Bebber (GF Airport Weeze), Nadja Gärtner (Warsteiner Brauerei), Rochus Grolle (Warsteiner Brauerei), MOGUAI (DJ und Produzent, Ruhrgebiet), Norbert Bergers (Veranstalter, Next Events GmbH), Jan-Christian Zeller (1LIVE Moderator und DJ), Ulf Börner (Penny-Markt GmbH), Bernd Dicks (Veranstalter, Next Events GmbH) und Enrico Scherer (Vertriebsleitung Penny-Markt GmbH).
Foto: WP
Nicht nur Musik hören – sondern wirklich in einer eigenen Welt leben. Davon seien die Besucher von Parookaville völlig begeistert, sagt Organisator Bernd Dicks

Weeze..  Bernd Dicks kann es kaum fassen: „Am Wochenende werden wir wohl beim Ticketverkauf die 20 000er Marke knacken“, sagt der Veranstalter von „Next Events“. Und das vier Wochen vor der Premiere des EDM-Festivals Parookaville in Weeze. Vom 17. bis 19. Juli wird auf dem Gelände neben dem Airport Weeze eine imaginäre Stadt entstehen, in der „Wahnsinn, Liebe und Glückseligkeit“ regieren. Mit dem Ticketkauf erhalten die Gäste ein Visum und werden somit zu Bürgern von Parookaville.

Neben einem ausgeprägten Show-Konzept steht die Elektronische Musik im Zentrum des Geschehens. Weltstars der DJ-Szene wie „Dimitri Vegas & Like Mike“, Armin van Buuren, Steve Aoki, Alesso, Robin Schulz, Martin Solveig, Fedde le Grand und Oliver Heldens gehören zum Line up des Events. Im Interview erzählt Bernd Dicks, wie das Projekt entstanden ist und welchen Traum er sich damit erfüllt hat.


Herr Dicks, der Ticketverkauf für das Festival Parookaville nähert sich langsam der magischen Marke von 25 000. Dazu sind alle 12 000 Karten für den Campingplatz vergriffen. Via Facebook gibt es bereits eine Schlafbörse, damit die Besucher am Festival-Wochenende vom 17. bis 19. Juli noch unterkommen. Hätten Sie sich sich das je träumen lassen?

Bernd Dicks: „Auf keinen Fall. Das hätten wir nie gedacht. Unser Ziel waren ja 20 000 Besucher. Und der Strom reißt überhaupt nicht ab. Bei 25 .000 müssen wir ausverkauft melden.“

Wie erklären Sie sich das große Interesse an dem Festival?

Dicks: „Die Leute sind mega-hungrig auf diese Art von Festival. Das hat der Riesenerfolg des belgischen Events Tomorrowland in den vergangenen Jahren gezeigt. Sich auf ein Festival und ein Show-Konzept komplett einzulassen und dort zu leben – das hat es in Deutschland noch nicht gegeben.“

Ist Tomorrowland das Vorbild von Parookaville?

Dicks: „Das Grund-Show-Konzept ist sicherlich ähnlich. Aber wir wollen mit Parookaville den nächsten Schritt machen. Bei uns gibt es nichts Märchenhaftes und keine Elfen. Wir wollen cool und abgerockt sein. Hier wird einmal im Jahr eine Stadt zum Leben erweckt.“

Was erwartet die Einwohner von Parookaville?

Dicks: „Beim Einlass erhalten die Festival-Besucher ein Visum samt Stempel. Das ist wie ein Reisepass, der jedes Jahr wieder mitgebracht werden kann und sich so zu einem Storybook entwickelt. In der Stadt Parookaville wird es eine Kirche geben, in der geheiratet werden kann, ein Postamt, ein mobiler Supermarkt sowie eine Kirmes samt Bungee-Jumping. Zudem haben wir einen 700 Quadratmeter großen Pool.“

Das hört sich direkt nach dem ganz großen Wurf bei der Premiere an...

Dicks: „Wir hätten klein anfangen können mit C- und D-Promis, aber die Zeit ist jetzt reif für ein solches Event. Unsere Idee haben wir über zwei Jahre hinweg entwickelt. Als Journalist habe ich viele Festivals als Inspiration besuchen können. Es ist wie ein Puzzle mit vielen kleinen Teilen, das wir zusammengesetzt haben. Einen besonderen Vorteil haben wir beim Airport Weeze, dass es hier schon einige Groß-Veranstaltungen gab und die Behörden die Erfahrung als Grundlage für das Sicherheitskonzept nutzen konnten.“

Letztlich steht und fällt alles bei so einem Festival mit dem Line up. Mussten Sie viel Überzeugungsarbeit bei den Stars leisten, damit sie einen Gig bei der Premiere eines Festivals wagen?

Dicks: „Natürlich wird da ganz genau hingeschaut. Ein Armin van Buuren sagt nicht einfach bei jeder Booking-Anfrage zu. Aber mit Uli Rauschenberger vom Kölner Club Bootshaus und Kai Horstmann von der Essener Agentur ,Sushi 3000’ hatten wir die besten Partner an unserer Seite.“

Der Franzose Martin Solveig spielt seinen einzigen Deutschland-Gig in Weeze und scheint schon jetzt von der Parookaville-Idee begeistert...

Dicks: „Er freut sich sehr darauf und vergleicht das Show-Konzept mit Woodstock.“

Die Nähe zum Flughafen (15 Minuten Fußweg von der Landebahn zum Festival-Gelände) dürfte für DJs aus anderen Ländern besonders reizvoll sein...

Dicks: „Es werden an jedem Festival-Tag einige DJs mit einem Privat-Jet anreisen. Einem DJ mussten wir sogar einen Privat-Flieger organisieren, da er am selben Tag noch für eine andere Veranstaltung gebucht ist.“

Aber auch sonst haben die DJs einige recht spezielle Vorstellungen oder?

Dicks: „Oh ja. Vorher bekommen wir eine detaillierte Liste mit Wünschen. Das geht von Turnschuhen über Druckerpatronen bis hinzu Socken, Unterwäsche und Handtüchern. Es wird sogar Mikrowellen-Popcorn gefordert. Einige DJs machen sich, glaube ich, einen Spaß daraus zumindest einen speziellen Wunsch zu hegen. Trotzdem sollte man möglichst alle Anforderungen erfüllen, haben uns deren Agenten empfohlen...“

Die Planung eines solchen Festivals hört sich im Detail wie ein Mammut-Projekt an...

Dicks: „Das stimmt. Am liebsten hätte ich einige Tage mit 48 Stunden. Aber letztlich macht es einen Riesenspaß. Eigentlich war die Planung kleiner Veranstaltungen eher ein Hobby von mir gewesen. Aber irgendwann dachten wir, es muss doch möglich sein, dass man auch am Niederrhein richtig gut und groß feiern kann. Und jetzt kommt Parookaville...“