Das Berufskolleg als Alternative

Dr. Oliver Boxberg, Gert Budde, Erwin Driebusch
Dr. Oliver Boxberg, Gert Budde, Erwin Driebusch
Foto: NRZ
Am Klever Berufskolleg gibt es gleich drei berufliche Gymnasien. Hier können Schüler das Abitur und gleichzeitig berufliche Kenntnisse erwerben

Kleve..  Um es gleich vorweg zu nehmen: Einfacher als an den allgemeinbildenden Gymnasien ist das Abitur an den drei Beruflichen Gymnasien am Klever Berufskolleg nicht. „Das wird zwar immer behauptet, stimmt aber nicht“, sagt Ingrid van Gemmeren, Bildungsgangleiterin des Beruflichen Gymnasiums für Wirtschaft und Verwaltung. „Was uns unterscheidet, ist vielmehr, dass man bei uns neben der Allgemeinen Hochschulreife zusätzlich berufliche Kenntnisse erwerben kann.“

Spezielle Fächer

Der Grund: zusätzlich zu den „normalen“ Fächern gibt es hier spezielle Fächer, die auf bestimmte Studiengänge vorbereiten. Im Beruflichen Gymnasium für Wirtschaft und Verwaltung sind das etwa Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht. In den Beruflichen Gymnasien für Ernährung und Gesundheit gibt es beispielsweise Pharmazie, Medizintechnik und Psychologie. Chemie, Biologie und Physik finden hier gar in allen drei Jahren der Oberstufe durchgängig statt. „Es gibt keine Schule allgemeiner Art, die diese Vielfalt anbieten kann“, betont Erwin Dribusch, Bildungsgangleiter der Beruflichen Gymnasien für Ernährung und Gesundheit.

Durch die so erworbenen Kenntnisse könnten Absolventen der Beruflichen Gymnasien beim Studium schon mal ein oder zwei Semester überspringen. Lehrinhalte der Beruflichen Gymnasien für Ernährung und Gesundheit sind sogar mit der Radboud-Universität in Nimwegen abgestimmt. „Aber auch wer nicht sofort studieren will, hat in Bewerbungsverfahren und Eingangstests deutliche Vorteile“, sagt Ingrid van Gemmeren.

Die Klassengröße liegt zwischen 20 und 25 Schülerinnen und Schülern. Alle drei Beruflichen Gymnasien sind dreizügig. Noch eine Besonderheit: Es gibt klassenweisen Unterricht - morgens sechs Stunden und an zwei Nachmittagen nochmal jeweils zwei Stunden. Springstunden: Fehlanzeige. Neben Spanisch, Französisch, Englisch und Niederländisch wird sogar Latein angeboten, damit Schülerinnen und Schüler, die vom Gymnasium wechseln, ihr großes Latinum machen können.

Wechsel nach Klasse 9

Die Schülerschaft setzt sich bislang zu 60 Prozent aus Realschülern und zu 30 Prozent aus Gymnasiasten zusammen, dazu kommen jeweils fünf Prozent Haupt- und Gesamtschüler. Wichtig für Gymnasiasten: Die können schon nach Klasse 9 auf ein Berufliches Gymnasium wechseln. Gert Budde, kommissarischer Schulleiter, weist noch auf einen weiteren Vorteil hin: „Unser Schulträger ist der Kreis Kleve, daher sind wir finanziell recht gut ausgestattet.“ Folglich gibt es voll ausgestattete Labore, zahllose Computer, neuste Software und einen Beamer in jedem Raum.

Wer etwas über die vielfältigen Möglichkeiten erfahren möchte, sollte die Informationsveranstaltung am Montag, 9. Februar, um 19 Uhr im Foyer des Berufskollegs besuchen. Neben Lehrern stehen auch Schüler Rede und Antwort.

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