Das Astra-Leben umpositionieren

Das Kinder- und Jugendangebot erstreckt sich schon heute auf alle Gebäude des Geländes: vorne ist viel Trubel, hinten sind Gruppenräume.
Das Kinder- und Jugendangebot erstreckt sich schon heute auf alle Gebäude des Geländes: vorne ist viel Trubel, hinten sind Gruppenräume.
Foto: Anne Wohland
Was wir bereits wissen
Zieht das Gocher Jugendzentrum in die hinteren Gebäude auf dem bisherigen Gelände, könnte viel verloren gehen – Räume, Angebot und Grün

Goch..  Sterne fliegen durchs All, ändern ihre Position – wie eben auch das Gocher Jugendzentrum Astra. Das Jugendzentrum könnte einen Schubs erhalten, vom Jugendhilfeausschuss, und die Räume im Hauptgebäude an der Pfalzdorfer Straße direkt neben dem Eingang zum künftigen Neubaugebiet an der Reichswaldkaserne verlieren (damit dort die viergruppige Kita rein kann). Astronomen gehen davon aus, dass in 10 000 Jahren manche der heutigen Sternbilder kaum mehr erkennbar sein werden – das droht auch dem Astra, wenn nicht einiges in die neuen Hinterhofgebäude investiert wird.

Ein Platzverlust bleibt der (mögliche) Umzug auf jeden Fall, wenn es bei den hinteren beiden Gebäude fürs Jugend-Gesamtprogramm bleibt. Denn die dortigen Räume werden bereits jetzt genutzt. Im renovierten Langgebäude im Hinterhof gibt’s Gruppenräume, im „Kaltgebäude“ gibt’s das Materiallager sowie sommers Mittagessen und einen Werkelbereich.

Das Langgebäude: Die warmen Gruppenräume nutzt das Astra fürs normale Programm schon heute. Dort sitzt aber auch das Angebot „U-Turn“, dort trifft sich die Lerngruppe des St. Anna Stifts, dort hat auch Friederike Küsters ihr Büro der „Frühen Hilfen“ für Familien. In dem langen Flur ist es warm, alles ist eingerichtet, eine Teeküche ist eingebaut. Das angelieferte Mittagessen für die im Langgebäude betreuten Kinder wird aber derzeit im Haupthaus erwärmt – hinten gibt’s noch keine Küche. Außerhalb der Öffnungszeiten für Kinder und Jugendliche schaut ein anderer Mieter regelmäßig vorbei: eine Spielegilde, die auf Fantasy-Rollenspiele steht.

Gegenüber in den sogenannten Kalträumen ist es: kalt, unverputzt, eigentlich ein Rohbau. Dort wird ein Bereich als Werkelbereich genutzt, ein anderer ist vollgestellt mit Biertischgarnituren. Hier gibt’s in den wärmeren Zeiten für alle Ferienfreizeitkids das Mittagessen. Mit den nötigen Umbauten lässt sich hier aber leicht vorstellen, wie ordentliche Räume entstehen. Der letzte Teil des Kaltraumtrakts wird derzeit als Lager genutzt, eine frühere Fahrzeughalle mit entsprechenden Doppel-Garagentüren.

Will man den Astra-Standard halten, den es seit Einzug im Jahr 2000 gibt, braucht es nicht nur Platz für Kicker, Billard, Tischtennis, Couchecke – all das bildet derzeit das „Herz des Hauses“ wie es in der Eigenwerbung heißt. Möglich macht dies ein hoher, große Saal (samt Thekenbereich). Man braucht auch die weiteren Räume: ein Internetcafé (derzeit mit 6 Plätzen, das zwei Mal die Woche kostenlos genutzt werden kann), eine große Küche (für die Mittagsverpflegung und damit weiterhin einmal die Woche das Kochprojekt „Kochtrupp“ stattfindet), einen verspiegelten Tanz-/Sportraum und den Bandraum (wo Bands kostenlos und auch das Schlagzeugseminar herumdrischt).

Jugend braucht Grün

Mit dem Umbau der Gebäude wäre es aber nicht getan – will man den Jugendlichen auch ein Stück Grün gönnen. Derzeit wirbt das Astra mit seinem sehr großen Außengelände, „welches besonders bei schönem Wetter im Sommer dazu einlädt, einfach die Sonne zu genießen und zu chillen oder eines der Angebote wahrzunehmen.“ Ein Pluspunkt.

Nicht unwahrscheinlich aber ist, dass die Grünfläche zwischen Hauptgebäude und den hinteren Gebäuden der Kita zugeschlagen wird, als Spielfläche. Für Fußball, Federball überhaupt fürs Draußensein wäre dann beim Jugendzentrum kein Platz mehr. Rundherum um das eingezäunte Astra-Gesamtgelände gibt es aber genügend einstiges Kasernenfläche. Verlegt man die Außenzaun, könnte das Grundstück zu Gunsten des Astras wachsen.

Auch der Basketballbereich braucht ein neues Zuhause. Der Korb hängt derzeit am betonierten Parkplatz vorm Hauptgebäudes. Ähnlich viel Platz ist auf dem hinteren Gelände nicht für so etwas vorgesehen, auch wenn zwischen den hinteren Gebäude der Boden versiegelt ist. Die Tischtennisplatte muss verrückt werden.