Clever Energie sparen
10.09.2008 | 00:15 Uhr 2008-09-10T00:15:00+0200
Gerhard Koenen (Bauverwaltungs-GmbH Kreis Kleve) lobt Blockheizkraftwerk als „intelligente Lösung”.
KREIS KLEVE. Der Blick verharrt an der Decke. Drei Leisten mit Lampen lassen den Raum hell erstrahlen. Gerhard Koenen springt auf und knipst einen der Schalter aus. „Die Hälfte des Lichtes reicht doch völlig aus”, sagt er und blickt zufrieden in dem Konferenzraum umher. „Wer Energie sparen will, muss vor allem auch die Menschen mitnehmen und dafür sensibilisieren”, betont Koenen. Deshalb lebt der Geschäftsführer der Bauverwaltungs-GmbH des Kreises Kleve das nicht nur seinen Mitarbeitern vor. „Wir müssen die Schulleiter, Hausmeister und Lehrer von unserem Anliegen überzeugen – je höher die Energiepreise steigen, desto einfacher wird das”, so der 50-Jährige.Seit zehn Jahrensukzessive Verbesserungen „Die energetische Betrachtung von Gebäuden ist derzeit ,In' – wir haben die Problematik allerdings schon vor zehn Jahren erkannt und sukzessive angefangen, die 30 kreiseigenen Gebäude zu verbessern.” Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Klever Berufskolleg – mit 5500 Schülern das größte in NRW. Bei einer Nutzfläche von 10 000 qm habe man schnell das große Einsparpotenzial erkannt und mit moderner Technik die Heizkosten ins Visier genommen. „Es bringt nichts, wenn man den Leuten sagt, sie sollen die Heizkörper von vier auf drei drehen, dann aber die Fenster offen stehen”, sagt Koenen und verweist auf das viel effizientere Stoßlüften. Deshalb habe man ein intelligentes Steuerungssystem gewählt, dass die Raumtemperatur regulieren kann – „so sind wir von 24 auf 21 Grad runter und keiner hat es gemerkt.” Weiterhin wurde die Dreifach-Turnhalle nun nicht mehr komplett sondern über getrennte Systeme beheizt und belüftet, so dass nur der gerade genutzte Bereich erwärmt wird. Das gleiche Prinzip gilt bei der Lichtausbeute: „Vor zehn Jahren sah das Berufskolleg um 22 Uhr aus wie eine Fackel, weil überall Licht brannte”, erinnert sich Koenen. Mittlerweile wird die Beleuchtung zentral ausgeschaltet und alle Räume werden mit Bewegungsmeldern ausgestattet. So konnte der Energieverbrauch in diesem Bereich um 50 Prozent gesenkt werden.Sechs neuePhotovoltaikanlagen„Derartige Maßnahmen in den kreiseigenen Gebäuden führten dazu, dass wir in den vergangenen Jahren die steigenden Energiepreise stets ausgleichen konnten”, sagt Koenen, der gleich hinzufügt, dass bald allerdings das Ende der Fahnenstange erreicht sei. „Wenn die Stadtwerke ankündigen, dass langfristig die Preise um 25 Prozent erhöht werden, können wir davon höchstens noch die Hälfte durch Einsparungen auffangen.” Deshalb wird von der Bauverwaltungs-GmbH verstärkt in größeren Dimensionen gedacht. So werden im kommenden Jahr sechs Photovoltaik-Anlagen auf den Sonderschulen, den Berufskollegs und den beiden sich im Bau befindlichen Feuerwachen in Kleve und Kevelaer installiert. Die Wirtschaftlichkeit der Anschaffungskosten beziffert Koenen auf 15 bis 20 Jahre. Kleine Solaranlagen für Warmwasser würden sich bereits nach vier bis fünf Jahren rentieren. Ein großer Schritt in die richtige Richtung sei, so Koenen, die Installation eines Blockheizkraftwerkes beim Klever Berufskolleg. Die Heizungsanlage müsse eh bald saniert werden. Zudem könne man die Wärme im Sommer nicht nur für das Schwimmbad in der Förderschule am Freudenberg sondern auch für das naheliegende Freibad nutzen. „Mit den Stadtwerken laufen bereits Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit”, verrät der KKB-Geschäftsführer. Derzeit wird die Wirtschaftlichkeit eines Baus geprüft. Wenn es seitens der Politik grünes Licht gibt, könnten der Baubeginn 2009 und die Fertigstellung schon 2010 erfolgen. Mit Blick auf einen weiteren Anstieg des Ölpreises will Koenen ein anderes Einkaufsverhalten ins Auge fassen – fernab von Öl und Gas. „Holzpellets und Rapsöl können gute Alternativen werden – außerdem würden solche Optionen unsere Verhandlungsposition mit den Energielieferanten stärken.”
Die Bauverwaltungs-GmbH wurde 1995 gegründet und ist eine 100-prozentige Tochter des Kreises Kleve. 26 Mitarbeiter bewirtschaften rund 100 000 qm Grundfläche und 270 Kilometer Straßen. Die GmbH ist für 30 kreiseigene Gebäude zuständig und kümmert sich um die Instandhaltung. Seit dem 1. Juli 2007 gehört auch das Gebäudemanagement zu den Aufgaben. „Wir sind vielseitig aufgestellt”, erklärt Gerhard Koenen, der seit 2004 Geschäftsführer ist. (ik)
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