Chill and Grill bis zum Schleusentor

Grillboot, Partyboot, Flussfeuer, Kermisdahl, Kleve
Grillboot, Partyboot, Flussfeuer, Kermisdahl, Kleve
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Partyboot mit Grillwürstchen auf Kurztour. Auch für Bootsbauer „Coenen Yachts and Boats“ ist die Schleuse existenziell wichtig – ohne sie wird auf die andere Rheinseite ziehen müssen.

Kleve..  Die Polizei hat schon abgesagt, sie kommt nicht. Denn die Ordnungshüter wollten eigentlich einen langen Betriebsauflug übern Althrein machen. Aber die Schleuse ist zu und stoppt somit auch die attraktiven Grillboote, den neuen Freizeit-Spaß in Kleve. Immerhin kann man aber noch die Zwei-Stunden-Tour buchen (flussfeuer.de), eben bis zur Schleuse und zurück. „Flussfeuer“ heißt der Veranstalter. Nach 60 Buchungen im vorigen Jahr waren auch die Bedenken der Angler zerstreut, die befürchtet hatten, dass Müll und menschliches Regen im Wasser landen könne. Es gab keine Beschwerden. Selbst ein Junggesellenabschied verlief reibungslos. Die Mieter des anspruchsvollen Spaßes „Just chill ‘n Grill“ sind überwiegend Leute mittleren Alters – für Jugendliche ist es wohl zu teuer. Obwohl die Bootstour mit und ohne Fleisch und vegetarisches Grillgut ab 16 Jahre gebucht werden kann.

Meist wird das Partyboot für Betriebsausfüge genutzt – von Buchern aus dem Kreis Kleve, aus Mönchengladbach, Aachen, Krefeld, Duisburg.

Firmenchef Peter Ringsgwandl: „Wir wollen jetzt außerdem noch Touren hinter der Schleuse anbieten, geführte Natur-Touren“ ab dem Anleger der Klever Seglergemeinschaft KSG oder des Wassersportclubs Kleve WSCKL. Dazu wird er ein Tuckerboot – niederländisch „Sloepen“ – umbauen und dieses offene Rettungsboot beispielsweise in die Nähe von Gänserastplätzen lenken. Es diene eher dem Naturschutz, vom Wasser aus solch eine geführte Tour mitzumachen, als allein zu Fuß sich den Gänsen zu nähern“, ist Ringsgwandl überzeugt.

Das Unternehmen „Coenen Yachts and boats“, in dem Metallbaumeister Peter Ringsgwandl so manches Aluminiumboot, Polizei- und Patroullienboot baute und zu Wasser ließ, leidet übrigens ebenso unter der geschlossenen Schleuse. „Für kleinere Boote reicht der Spoykanal für Probefahrten, aber für die größeren Bootstypen brauchen wir die Möglichkeit, ab Werft über den Altrhein zu fahren“, erklärt er.

Etwa ab August / September steht das nächste große Problem an: Einen 17-Meter-Katamaran auf die Weltmeere zu entlassen. „Der lässt sich nicht mal eben mit dem Tieflader nach Emmerich bringen.“ Vielleicht könne man sich einem genehmigten Sondertransport der Nachbarfirma Winkels anschließen, hofft Ringsgwandl auf Zufälle. „Schön wäre es, wenn der Wasserstand ausreichte und genügend Druck auf den Toren steht, dass man doch noch einmal die Schleuse nutzen darf.“

Für „Coenen Yachts and Boats“ ist die Schleuse existenziell wichtig. „Wenn sie nicht mehr in Betrieb gehen kann, wäre das für Kleve wirklich schade. Und für uns fraglich, ob wir im Gewerbegebiet bleiben können. Wir haben schon mal die Fühler Richtung Emmerich und Rees ausgestreckt“, gesteht er. „Wir brauchen die Probefahrten, sonst können wir keine Schiffe verkaufen. Nur mit Theorie ist eine Werkstatt nicht machbar“. Die Boots- und Yachtwerft baut zehn bis 15 Boote pro Jahr.

Kleves Marketingchefin Ute Schulze-Heiming bekräftigt: „Die Schleuse gehört zu Kleve“. Im Berliner Ministerium wird – wie berichtet – jetzt erst einmal die Kostenanalyse für die Schleusensanierung neu berechnet – und man liest jetzt das wohl seit eineinhalb Jahren vorliegende Touristikkonzept aus Kleve.

Übrigens: Die Grill-Pontons messen 7,50 mal 2,50 Meter und haben zwischen den zwei Tischen und vier Sitzbänken einen rauchfreien Holzkohlegrill eingebaut.

Angetrieben werden sie von einem leisen, sparsamen 15-PS-Außenbordmotor / Torqeedo Elektromotor. Das Boot lässt sich „von jedem kinderleicht und sicher über Fluss, Kanal oder See manövrieren“, heißt es.

028 21 / 460 90 75 info@flussfeuer.de