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Trödelmarkt

Charlie Chaplin in Keeken

05.09.2010 | 15:15 Uhr
Charlie Chaplin in Keeken

Keeken. Zum dritten Mal in diesem Jahr wurde der Hasenhof gestern bei strahlendem Sonnenschein zum Ziel vieler Trödelfans. Mit "Keekener Versteigerung" und offener Bühne für verborgene Talente.

Die Plakate hat wahrscheinlich jeder Klever schon einmal im Vorbeifahren gesehen. Charlie Chaplin ist darauf zu sehen, originalgetreu, mit Stock, Hut und Bart wirbt er für den Hasenhof-Markt. Und war am Sonntag natürlich auch live auf dem kleinen Trödelmarkt in Keeken zu bewundern.

Ein Maskottchen mit Charme

Charlie Chaplin heißt eigentlich Julian - und  ist erst zehn Jahre alt. Die Idee zum Kostüm war seine eigene. Julian sah eins der alten, nostalgischen Hasenhof-Plakate, sprach die Organisatoren an und gehört seitdem einfach dazu, als Maskottchen mit Wiedererkennungswert und viel Charme. Nicht nur die Rolle des Komikers liegt ihm: Am Nachmittag stand der Beatles-Fan auch noch mit dem Bass auf der Bühne und spielte Stücke der Fab Four.

Hinter dem Hasenhof-Markt stehen Guido Burmann und Nils Roth, Bewohner des Hofs, seit 25 Jahren befreundet und Trödler aus Leidenschaft. Nachdem bestehende Märkte immer weniger das waren, was die beiden so liebten, kam der Plan: ein eigener Markt, mit gutem, altem, echtem Trödel. Was dabei entstand, ist etwas ganz eigenes: „Kultur durch Trödel ist unser Leitsatz. Hier bei uns kommen Menschen zusammen, die einfach einen schönen Tag verbringen wollen“, erklärt Nils Roth. „Damit haben wir unsere eigene Nische gefunden.“ Drei Markttage gab’s in diesem Jahr, vier im vorigen, mit bis zu 1000 Besuchern.

Für 1,50 Euro Eintritt findet sich an den Trödelständen fast alles, vom Plüschtier über Großmutters Porzellangeschirr bis hin zum Tauchanzug. Und Bücher aller Art.  Auch Selbstgemachtes wie Marmelade, Schlüsselanhänger oder bemalte Stühle wird angeboten. Auf der offenen Bühne gibt es Musik, Gedichte – „Alles ist möglich“, so Guido Burmann. Manches steht vorher fest, anderes wird improvisiert: Jeder Besucher kann  spontan die Bühne erobern.

Improvisation ist auch das Herz der „Keekener Versteigerung“. Nils Roth ist eigentlich Erzieher, Guido Burmann führt eine Buchhandlung in Materborn. Gestern aber waren beide Auktionatoren mit viel Phantasie: Da wird eine Schraube schonmal zum sagenumwobenen Schatz. Der Erlös wird gespendet. Und wenn sie sagen „Hier kommt alles unter den Hammer, was wir in die Finger kriegen“, dann meinen sie das wörtlich: Gestriges Highlight war Sänger Stefan Quinkertz mit seinem Kleve-Lied, als Event für die nächste Gartenparty. Auch sich selbst haben die Keekener schon einmal versteigert. Natürlich als Trödel-Profis, wie im Fernsehen.

Maren Reimer

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