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Tierwelt

Champions auf vier Pfoten

20.05.2012 | 21:00 Uhr
Champions auf vier Pfoten
Roy Glisson/WAZ FotoPool

Goch.  Grazie, Anmut und Arroganz bei Katzenausstellung im Gocher Kastell

Überheblich schaut Bellino vom Schwanderberg von seinem Thron herab. Die Menschen, die an ihm vorbeigehen, interessieren ihn nicht. Er streift sie mit einem kurzen Blick, ehe er verachtend den Kopf zur Seite dreht.

Er scheint über den Dingen zu stehen. Bis Claudia Ötwös ihre Hand durch die Gitterstäbe steckt. Da klettert Bellino vom eigens für ihn angefertigten Stoffthron in Kuh-Optik, schmiegt sich an sein Frauchen und wird zum Schmusekätzchen.

Tiere mit Arroganz

Ist ja schließlich auch erst ein Jahr alt, die Ragdoll mit dem buschigen Schwanz. Dennoch, Grazie und Anmut sind dem Kater angeboren, so wie fast allen Tieren, die sich bei der Internationalen Katzenausstellung des Niederbergischen Katzenvereins den Richtern im Kastell stellten. „Manche Tiere präsentieren sich mit einer Arroganz, wie sie nur eine Katze ausstrahlen kann“, lacht Martina Wolkner-Sieczkarek. Die 2. Vorsitzende des Vereins hat in ihrer aktiven Zeit schon einige davon gesehen.

Maine Coons, Perser, Britisch Kurzhaar, Somali - sie alle warteten am Wochenende geduldig in ihren Käfigen, bis sie sich den strengen Blicken der Richterjury stellten. Da hilft dann auch kein süßes Schnurren.

Was zählt, sind harte Fakten. Wie ist der Ohrenstand, entspricht der Körperbau den Standards? „Eine Perser-Katze muss beispielsweise einen gedrungenen Körper auf kurzen Beinen haben, bei einer Maine Coon sollte der Schwanz bis zu den Schulterblättern reichen“, so Wolkner-Sieczkarek.

Um das zu beurteilen, legen die Richter kein Maßband an, sie haben den Blick dafür. Dass die Katzen gepflegt sind, ist dabei oberstes Gebot. Ein glänzendes Fell stimmt jeden Richter zufrieden. Die Züchter im Kastell sind Katzenliebhaber, sie investieren gerne Zeit und Geld in die Pflege ihrer Lieblinge. „Wir nehmen nur Tiere mit, die Spaß an der Sache haben“, sagt Claudia Ötwös und tatsächlich scheinen sich die Katzen in ihren Käfigen wohl zu fühlen. Sie stellen sich gerne zur Schau.

So wie Limburgerfjord’s Bloom. Die Norwegische Waldkatze von Birgit Hirt aus Wachtendonk darf sich schließlich schon World-Champion nennen. Im Kastell will sie sich noch einen Titel holen. Was die Katze damit macht? Gar nichts.

Jeder Punkt ist wichtig

Für die Züchter hingegen zählt jeder Punkt. Birgit Hirt etwa, möchte diesen Sommer Kittens verkaufen. „Wenn ein Champion Babys bekommt, kann man davon ausgehen, dass diese sehr nah am Standard sind“, erklärt Wolkner-Sieczkarek.

Zu Hause wird Limburgerfjord’s Bloom übrigens Lara genannt. Dort darf sie sich auch gerne die Pfoten dreckig machen.

Stefanie Männchen



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