CDU unterstützt Udo Janssen

Was wir bereits wissen
Bürgermeisterkandidat für Kleve wägt Kritik an seiner Person ab. Ziele: zweispurig zur Gocher Autobahn, Gymnasium ab 2016 sanieren

Kleve..  Der Wahlkampf für Udo Janssen als Klever Bürgermeisterkandidat beginnt nach den Ferien am 2. August. Die Vorbereitungen laufen jetzt an. Die CDU wird ihn unterstützen, machten gestern Organisator Rudolf Röhrl deutlich. Janssen zur Seite steht auch Kleves Ex-Stadtdirektor (Kreistagsmitglied) Manfred Palmen, der den Wahlkampf für Landrat Wolfgang Spreen führt.

Auch Brauer „ist kantig“

Udo Janssen ging gleich in die Offensive: „Mit gewissen Sachen, die manche in letzter Zeit an meiner Person bemängelt hatten, haben sie sicher Recht gehabt. Manche Kritik war aber auch nicht nachvollziehbar“, sagt Janssen. „Ich habe 20 Jahre im Rat mit vielen Leuten zusammen gearbeitet“. Und: „Manchem war ich zu flapsig. Als Fraktionsvorsitzender muss man polarisieren. Als Bürgermeister sollte man über den Dingen stehen, zwar eine Meinung haben, aber alle Parteien und Bürger ins Boot holen“, spricht er wahlkämpferisch.

Manfred Palmen ergänzt: Er glaube, dass „der Keil, der entstanden ist“, nicht für den Wahlkampf gelte. „Der Mann ist gewählt. Er wird unterstützt. Wir werden nicht alle bewegen können“, nicht alle 47, die gegen ihn als Bürgermeisterkandidaten votierten (während 49 für ihn waren). Aber Manfred Palmen sagt, er kenne das, abgelehnt zu werden. Udo Janssen frage seine Kritiker: „Sagt, was geändert werden muss“. Palmen: „Wir sind nicht auf so schlechtem Weg wie draußen gesagt wird“.

Auch Bürgermeister Theo Brauer sei „kantig“, habe eine Meinung und „tut sich manchmal ein bisschen schwer“ mit Menschen, die eine andere haben. Die zwei sind aneinander gerasselt“, so Palmen. Aber Bauer unterstützt nun diesen möglichen Amtsnachfolger.

Der Wahlkampf laufe sechs bis acht Wochen – man kalkuliert eine spätere Stichwahl gleich mit ein.

Acht Punkte setzt Udo Janssen aufs Arbeitspapier. Er will Bürgernähe, auch etwa bei der Neugestaltung der Unterstadt auf Union-, Xox- und Bensdorp-Gelände. Aber nicht mehr in einem „umständlichen Werkstattverfahren“. An dem Platz sei ein Möbelmarkt großer Dimension denkbar. Er halte wenig davon, „innenstadtprägenden Handel" dort zuzulassen. Die Innenstadt liege zwischen Minoritenplatz und altem Postgebäude, beschreibt Janssen.

Für den Rechtsanwalt, der täglich mit Bilanzen und Finanzen umgeht, ist Kleves Haushaltsdefizit von 120 000 Euro „fast eine schwarze Zahl bei einem Etat von 110 Millionen“.

Man müsse weiterhin Gewerbesteuerzahler in die Hochschulstadt locken. Da sei er „voll auf der Seite von Theo Brauer“, dass Kleve eine zweispurige Straßenverbindung nach Goch Richtung Autobahn brauche. Janssen lobt Kleves Schullandschaft. Der Verwaltungs-Zeitplan allerdings, das Konrad-Adenauer-Gymnasium erst ab 2018 zu sanieren, „kann nicht angehen“. Das müsse man „unverzüglich vorbereiten“ und möglichst 2016 beginnen.

Die zwei Millionen Euro Ausgaben für Kultur – Museum bis zu freien Gruppen – sollten weiter fließen, denn sie machten „Kleve lebenswürdig und liebenswürdig“ und könnten „Personen aus höheren Etagen nach Kleve locken“, dass die nicht den Eindruck bekämen, „wir lebten auf dem Land hinter der Welt“, so Janssen. Aber in der Kultur müsse „man auch Prioritäten setzen“, kündigt er an.

Die freiwilligen Geldzahlungen an die Vereine will er ebenfalls beibehalten, denn die seien „die größten sozialen Verantwortungsträger“ und sorgten für „weniger Vorurteile gegenüber Fremden“ und „sozialen Frieden“. Janssen: „Am liebsten würde ich am zweiten Tag Asylbewerber in Sportvereine schicken, damit sie unsere Mentalität kennen lernen und wir deren“.

Manfred Palmen hofft vor allem, dass die Bürger überhaupt an die Wahlurne gehen. Bei den letzten Wahlen hatte Kleve die geringste Wahlbeteiligung nach dem Krieg, die schlechteste im Lande – zehn Prozent unterm Landesdurchschnitt. Palmen: „Wir kommen von einem hohen Standard. Da ist es schwierig, Duftmarken zu setzen“.