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Ausstellung

Briten, Bier und Barbecue

19.02.2013 | 18:02 Uhr
Briten, Bier und Barbecue
Suchen Erinnerungsstücke für die Sonderausstellung: Cilly Hawkins-Grüterich, Marianne Goossens, Heinz Willi Knechten und Helmut Hartmann.Foto: ROY GLISSON

Weeze.   Das Museum Laarbruch sucht Erinnerungen und Exponate für eine Ausstellung über das Verhältnis der ehemals stationierten Soldaten zum deutschen Gerstensaft

Die, die dabei waren, erinnern sich an wilde Geschichten, die sich in der damaligen Offiziersmesse des Royal Airforce (RAF) Flugplatzes in Laarbruch zugetragen haben sollen. Wenn dort die Happy Hour schlug, und das war nicht selten der Fall, war Frauen der Zutritt versagt.

Was vielleicht auch besser war, denn das Bier floss damals in Strömen und das führte zu so manch skurrilen Situationen: Einmal soll ein Soldat mit einem Kleinwagen in die Offiziersmesse gefahren sein. Ein anderes mal wurde ein Piano verbrannt oder ein Zecher fiel betrunken vom Dach. Großartig verletzt hat er sich nicht dabei, denn Betrunkene haben ja bekanntlich einen Schutzengel. Und als es dann nach Hause ging, soll ein Soldat seine Frau mal gefragt haben, wer sie denn eigentlich sei.

Wie gesagt, es waren wilde Zeiten mit ganz viel Bier und vielen Grillpartys oder Barbecue, wie der Brite sagt, als die britischen Soldaten noch in Laarbruch stationiert waren. Und an diese Zeiten soll nun in einer Sonderausstellung im RAF-Museum erinnert werden, deren Arbeitstitel ganz griffig „Briten, Bier und Barbecue“ lautet.

Gastwirte sollen einbezogen werden

„Wir wollen darstellen, wann, wo und wie Bier getrunken wurde“, sagt Helmut Hartmann, der Vorsitzende des Museumsvereins und liefert die Antwort auf die Frage, nach dem Zeitpunkt des Konsums gleich mit: „Bier wurde eigentlich immer getrunken – morgens, mittags und abends.“

Mit der Sonderausstellung zur Kulturgeschichte des Bieres und den Umständen seines Verzehrs beteiligt sich das RAF-Museum an der Ausstellungsreihe „Niederrheinische ALTernativen“, die unter dem Dach des Museumsnetzwerkes Kulturraum Niederrhein im Frühsommer in vielen niederrheinischen Museen läuft. Auf das Altbier beschränkt ist die geplante Ausstellung in Laarbruch aber keineswegs, denn der Brite als solcher bevorzugte in der Regel eher Pils.

Helmut Hartmann und seine Mitstreiter vom Museumsverein Cilly Hawkins-Grüterich, Marianne Goossens und Heinz-Willi Knechten suchen – als Dauerspende oder nach Wunsch auch leihweise Bierkrüge und -deckel. Aber auch und vor allem suchen sie Erinnerungen und Anekdoten aus der Zeit vor 20, 30 Jahren. Deswegen sollen auch die Weezer Gastwirte in die Vorbereitung einbezogen werden, bei denen die britischen Soldaten häufig bis tief in die Nacht tranken.

Wann genau die Ausstellung eröffnet werden soll, steht noch nicht fest. Auf jeden Fall wird es nach dem 9. Juni sein, denn dann ist die Auftaktveranstaltung in Neuss. Fest steht hingegen schon, dass der Ausstellung ein eigener Raum im RAF-Museum gewidmet sein wird, der – ganz stilecht – in Form einer Bar hergerichtet werden soll.

Matthias Wenten



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