Braucht Kleve einen Kulturplan?

Im Oktober 2013 entstand auf dem Minoritenplatz in Kleve das Kunstwerk Rathaus24 - Denk-mal für die Stadt vom Max Knippert.
Im Oktober 2013 entstand auf dem Minoritenplatz in Kleve das Kunstwerk Rathaus24 - Denk-mal für die Stadt vom Max Knippert.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Künstler Max Knippert stellte im jüngsten Kulturausschuss für die Offenen Klever einen Antrag zur Erstellung eines Kulturleitplans

Kleve..  Benötigt Kleve eine bessere Kulturplanung? Der bildende Künstler Max Knippert stellte im jüngsten Kulturausschuss für die Offenen Klever einen Antrag zur Erstellung eines Kulturleitplanes. Knippert sieht die Notwendigkeit einer „aktiven und koordinierten Kulturförderung“. Die Kulturlandschaft in Kleve sei vielfältig und differenziert. Mit einem Kulturleitplan könne man eine Bestandsanalyse der einzelnen Kulturbereiche erfassen und für diese kurz-, mittel- und langfristige Ziele entwickeln. „Damit kann es gelingen, brachliegende Potentiale zu erkennen und nutzbar zu machen“, so Knippert. Um einen Kulturplan zu erstellen, soll ein Kulturbeauftragter für die Stadt eingestellt werden, so sein Antrag.

Kulturelle Grundversorgung

Max Knippert sieht die kulturelle Grundversorgung in Kleve gedeckt: „Allerdings ist sie nicht gewappnet für die Zukunft.“ Knippert wünscht sich einen Ansprechpartner in der Verwaltung, der für die Belange der Kulturschaffenden eintritt. Ein Kulturbeauftragter soll aktiv arbeiten und nicht nur Aufträge entgegennehmen und erfüllen. Der Kulturförderer soll gemeinsam mit den Kulturschaffenden Problemlösungen bei Defiziten und Missständen erarbeiten. Auch soll der Beauftragte aktiv Kulturfördermittel beantragen.

Neue Personalstelle

Für eine neue Personalstelle in der Stadtverwaltung gab es bei den anderen Parteien keine Zustimmung. Sie verwiesen auf die jüngst beschlossene Position eines neuen Fördermittelbeauftragten, der für sämtliche Bereiche in der Stadtverwaltung verantwortlich ist. In diesem Rahmen könne sich die neue Person auch um die Kultur kümmern.

Sigrun Hintzen, die sich in Kleve um die Konzerte der Stadt kümmert, betonte, dass eine Kulturplanung prinzipiell nicht schlecht sei: „Das ist eine gute Idee“. Ein Plan könne die Rahmenbedingungen abstecken und die kulturelle Arbeit strukturieren. Heute fehle in der Verwaltung ein fester Ansprechpartner, so Hintzen. „Man benötigt jemanden, den man anrufen kann.“

Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne) ist auch mit einem kulturellen Rahmenplan einverstanden. Auch sie wünscht sich für die Zukunft eine Profilschärfung in der Kulturlandschaft und sieht daher in der Planung auch eine „notwendige Idee“, ohne dabei die Freiheiten der Künstler einzuschränken. Wolfgang Gebing (CDU) hat gegen eine Planung nichts einzuwenden: „Eine Bestandsaufnahme, welche Kulturangebote es in Kleve gibt, ist wünschenswert“, so der Christdemokrat.

Max Knippert sieht noch viele Möglichkeiten in der Stadt, die brach liegen. So könne man die Gartenanlagen in Kleve noch viel besser für die Außendarstellung nutzen.

Gedämpfte Erwartung

Annette Wier, Leiterin des Fachbereiches Kultur, dämpfte die Erwartungen für eine Kulturplanung: „Wir haben das bereits einmal gemacht. Am Ende stellte sich heraus, dass man keinen Gesamtplan für die Stadt entwickeln wollte, weil jeder sein eigenes Süppchen kocht. Am Ende will jeder nur seinen Zuschuss von der Stadt haben“, sagte Wier. „Was soll am Ende bei einem Kulturplan herauskommen? Nur eine Aufzählung der bestehenden Angebote, die dann wieder im Schreibtisch verschwindet?“

Wier wies darauf hin, dass es mit Ute Schulze-Heiming bereits jemanden in der Verwaltung gebe, der sich hervorragend mit den Fördertöpfen für Kulturangebote auskenne: „Aber keiner fragt bei ihr mal nach.“ Wier fragt sich zudem, was ein Kulturbeauftragter schaffen soll: „Der kostet am Ende auch viel Geld. Können wir das nicht besser direkt in die Kulturarbeit investieren?“

Übrigens: Der Antrag der Offenen Klever wurde zurückgestellt.

Das Konzept eines Kulturrahmenplanes soll nach der Schaffung der Stelle für Mittelwerbung erneut diskutiert werden.