Botanische Zeichnungen im B.C. Koekkoekhaus Kleve

Auch die Tulpen Zomerschoon können im Haus Koekkoek bewundert werden.
Auch die Tulpen Zomerschoon können im Haus Koekkoek bewundert werden.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Das B.C. Koekkoek-Haus lädt ein zur „Ode an die Natur“, Zeichnungen der niederländischen Botanikerin Anita Walsmit Sachs

Kleve..  Während draußen im Museumsgarten alles noch hergerichtet wird für die Eröffnung am morgigen Sonntag, sind sie drinnen schon eingezogen und stehen in voller Blüte. Filigran, leicht, zierlich präsentieren sich Narzisse und Primel, Hornveilchen, Rose und Orchidee, Helleborus (Christrose), Amaryllis und natürlich die Tulpe. Sie schaukeln sanft auf ihren Stängeln oder wagen sich zwischen schwerem Blattwerk hervor. Ab Sonntag, 11.30 Uhr, zeigt das B.C. Koekkoek-Haus die feine Ausstellung „Eine Ode an die Natur“ mit Zeichnungen der niederländischen Botanikerin und Künstlerin Anita Walsmit Sachs.

„Diese Ausstellung ist ein Gesamtkunstwerk“, findet die künstlerische Leiterin des Koekkoek-Hauses, Ursula Geisselbrecht-Capecki mit Blick in den frühlingshaften Museumsgarten. Schon lange habe sie diesen Aspekt, die Symbiose von Museum und Garten, einmal hervorheben wollen, so Geisselbrecht-Capecki. Auf der Suche nach geeigneten Exponaten sei sie in den Niederlanden fündig geworden. Dort gibt es eine jahrhundertelange Tradition der Naturbeobachtung, die sich unter anderem in exakten botanischen Zeichnungen niederschlug. Eine Kunst, die Anita Walsmit Sachs nicht nur bis heute pflegt, sondern auch zu besonderer Meisterschaft geführt hat. Die inzwischen pensionierte Zeichnerin hat lange als wissenschaftliche Illustratorin am Nationaal Herbarium der Universität Leiden gearbeitet und ist Mitgründerin und Vorsitzende der Vereinigung niederländischer botanischer Künstler.

Ihre Bilder entstehen als Skizzen in der Natur, für die wissenschaftlich genaue Zeichnung arbeitet sie mit Mikroskop, häufig auch mit getrocknetem Material. Was entsteht ist ein Bild von botanischen Schönheiten mit großem wissenschaftlichen Anspruch. „Natürlich“, sagt Geisselbrecht-Capecki, „sind die Pflanzen künstlerisch arrangiert. Doch die Natur bleibt immer Vorbild für die Zeichnungen.“

Eine Kunst, die vom Aussterben bedroht ist. Längst hat die Fotografie die Arbeit der Illustratoren abgelöst, auch wenn so manche Zeichnung Details der jeweiligen Pflanze viel genauer zeigt.

Die Ausstellung der 60 Blätter wird ergänzt durch einige Zeichnungen von Marinus A. Koekkoek, Großneffe von Barend Cornelis, der sich sein künstlerisches Leben lang mit der Beobachtung und Zeichnung von Vögeln beschäftigte. Die Ausstellung gibt darüber hinaus einen Einblick in die erste Naturbeschreibung Brasiliens von 1658, einst in Auftrag gegeben von Johann Moritz von Nassau-Siegen. In Kleve gezeigt wird aber auch das „Highgrove Florilegium of Prince Charles“, eine der berühmtesten imaginären Pflanzensammlungen, für die auch Anita Walsmit Sachs gezeichnet hat.

Einige ihrer Zeichnungen sind am morgigen Sonntag außerdem im Vortragssaal des Klimahauses der Hochschule Rhein-Waal zu sehen (Öffnungszeiten ansonsten: jeden ersten Sonntag im Monat, 14-16 Uhr).