Blumen, Biogas, Drogen

Kevelaer/Kalkar..  Die Staatsanwaltschaft recherchiert über mutmaßliche illegale Geschäfte des Kevelaerer Geschäftsmanns und hangelt sich dabei auch an den weit verzweigten, legalen Wirtschaftsstrukturen entlang. Von ehemaligen Weggefährten wird er als ein Mann beschrieben, der ständig auf der Suche nach neuen Projekten war. Bei dem gab’s nur eins: „Immer in die Vollen“, sagt ein ehemaliger Bekannter. Container aus China, Neuseeland, die Liste der Länder, aus denen der Unternehmer Waren bezog, sei lang gewesen, so der Informant. Er habe auch einige Projekte in den Sand gesetzt, wusste der ehemalige Bekannte. So soll ein Vorhaben in Kroatien geplatzt sein. Seine größeren Pläne in Kleve und der näheren Umgebung konnte der Kevelaerer nicht umsetzen. Das Wohnbau-Projekt im Klever XOX-Gelände wird fortgeführt. (siehe Seite 3).

Die Spurensuche nach dem Kevelaerer führt zu Bilanzen vieler Unternehmen. Der in U-Haft-Sitzende taucht dabei als Geschäftsführer, unterzeichnet als „Kaufmann“. Das Unternehmensregister präsentiert einen Typ, der ursprünglich in Kevelaer mit Lilienzwiebeln und Gewürzgurken sein Geschäft machte. Das Geschäft wuchs, große Gewächshäuser wurden hinzugebaut, dann kam der Schritt ins Biogasanlage-Geschäft – dazu gehören allein fünf GmbHs.

Ergänzt wird das Firmenportfolio des Kevelaerers durch eine Gesellschaft zur Verwaltung von Grundstücken mit Sitz in Kevelaer und eine weitere in Kalkar (wo auch die Drogencontainer aufgefunden wurden). Hinzu kommt eine eigene Logistikfirma für den Niederrhein. In Großbritannien taucht er ebenfalls als Geschäftsführer einer Art Zeitarbeitsfirma auf, die wie ein Gemischtwarenladen allerlei Dienstleistungen in Buckinghamshire anbietet.