Bloß keine Panik

Gerd Crins imkert jetzt im Wildgehege in Reichswalde.
Gerd Crins imkert jetzt im Wildgehege in Reichswalde.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Der Imkerverein Kleve hat jetzt im Wildgehege Reichswalde zwei Bienenvölker aufgestellt. Damit möchte man auch die Angst vor den nützlichen Insekten nehmen

Kleve..  Der Respekt sei immer groß: Oh Gott, Bienen! Stechen die nicht? Sind die nicht gefährlich, diese aggressiven Insekten? Wolfgang Hähn hat diese Reaktionen schon oft gehört. Er ist Vorsitzender des Vereins „Wildgehege Reichswalde“ und stellt fest, dass „diese Ängste bei Kindern und Erwachsenen immer mehr zunehmen. Das ist ja furchtbar“, ärgert er sich. Die Entfremdung von der Natur und die Überbehütung der Kinder führe dazu, dass man sich am Ende gar nichts mehr zutraue.

20 000 Bienen am Wildgehege

Wolfgang Hähn möchte da gerne gegensteuern. Er hat den Klever Imker Gerd Crins gefragt, ob er nicht in seinem Wildgehege zwei kleine Bienenvölker aufstellen kann, um am lebenden Objekt die wunderbare Arbeit der Insekten darzustellen. Seit Ende April fliegen jetzt gut 20 000 Bienen am Wildgehege herum und produzieren fleißig Honig. Bis September werden sie ihre Arbeit verrichten und die Königinnen pflegen. Am Ende werden die Völker auf 80 000 Bienen angewachsen sein. „Die Königin legt jeden Tag bis zu 2000 Eier“, erklärt Gerd Crins. Ein enorme Kraftanstrengung ist das – die Königin arbeitet sich im wahrsten Sinne zu Tode.

Natürlich stechen Bienen. Aber deswegen muss man ja nicht gleich panisch werden. Gerd Crins hat in seiner kurzen Imkerzeit bereits viele Erfahrungen sammeln können. Er selbst zieht bei seinen täglichen Begutachtungen der Beuten (Bienenkästen) keine Schutzkleidung mehr an. Nur wenn er Honig entnimmt oder die Tiere „anderweitig ärgern muss“, ist der klassische Imkeranzug mit Hut und Netz Pflicht. „Aber man kann die Bienen ganz selbstverständlich auf die Hand legen“, erzählt Crins. Wenn Kinder wollen, dürfen sie dies bei ihm auch ausprobieren.

Schautafeln informieren

In Reichswalde stehen nun zwei kleine Beuten. Dazu hat der Imkerverein Kleve Informationstafeln aufgestellt, auf denen man nachlesen kann, wie ein Bienenvolk arbeitet und was in der Beute passiert. Die Bienen fliegen bis zu drei Kilometer und werden auch in den Gärten der angrenzenden Wohnbebauung aktiv sein. Dazu kommen Ausflüge in Linden und Akazien.

Der Klever Forst unterstützt die Aktion des Imkervereins. Michael van Haaren, der bereits Erfahrung mit der schulischen Aufklärung in der Realschule an der Hoffmannallee gesammelt hat, bietet künftig auf Nachfrage auch Führungen für Schulklassen an.