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Bittere Enttäuschung

16.05.2008 | 18:33 Uhr

Der Heimat- und Verkehrsverein ärgert sich über den Abbruch des Durchlasses am Uedemerbrucher Bahndamm.

UEDEM. Bitter enttäuscht hat sich der Heimat- und Verkehrsverein Uedem an die NRZ-Redaktion gewandt. In den ersten Maitagen wurde der Durchlass des Uedemerbrucher Bahndammes an der Bohnenstraße abgebrochen. Dabei handle es sich bei dem alten Bahndamm um das markante Merkmal der Ortschaft seit 130 Jahren, so Michael Lehman vom Heimat- und Verkehrsverein Uedem. Vor einigen Jahren habe der Kreis Kleve für die Durchfahrt der K 4 in Uedemerbruch vorgeschlagen, den Bahndamm an der Straße „Dorf” abzubrechen, die Straße zu verbreitern und einen Radweg anzulegen. „Die Bürgerschaft aus Uedemerbruch verhinderte diesen Vorschlag jedoch und regte zur Sicherung des Bahndammes damals bei der Gemeinde an, den Bahndamm als Baudenkmal eintragen zu lassen”, berichtet Lehmann.Vor einigen Tagen wurde nun der Bahndamm auf einer Länge von etwa 100 Metern abgebrochen und der gemauerte Durchlass an der Bohnenstraße zerstört, heißt es weiter. Nunmehr sei es möglich, dass man auch mit größeren Maschinen von der einen Seite des Bahndammes zur anderen Seite fahren kann. Der Heimat- und Verkehrsverein kann sich nicht erklären, warum der Kreis Kleve als Baugenehmigungsbehörde einem Abbruch des Bahndammes zustimmte. „Es wurde über keine alternativen Überlegungen gesprochen”, ärgert sich Lehmann. Der Uedemerbrucher Bahndamm wurde zwischen 1875 und 1878 beim Bau der Boxteler Bahn auf dem Streckenabschnitt Goch nach Wesel errichtet, damit die Schnellzüge zwischen London und Berlin im Hochgeschwindigkeitstempo fahren konnten. Nach der Sprengung der Gleise durch die Alliierten 1945 wurde bis in die 50er Jahre für den Wiederaufbau der Eisenbahnstrecke verhandelt. Da jedoch die Eisenbahnbrücke bei Wesel nicht wieder aufgebaut wurde, blieb auch der Bahndamm in Uedemerbruch ungenutzt. 1982 kaufte die Gemeinde Uedem den Bahndamm von der L 77 bis nach Uedemerbruch auf einer Länge von rund drei Kilometern. Der jetzt abgerissene Teil wurde an den dort tätigen Landwirt verkauft. Ein Sandweg über den Bahndamm erlaubte Reitern und Fußgängern, in den Hochwald bzw. Tüschenwald zu gelangen.

Ingmar Kreienbrink

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Bittere Enttäuschung
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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-kleve-und-der-region/bittere-enttaeuschung-id1620574.html
2008-05-16 18:33
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