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Bitte etwas mutiger

12.08.2009 | 18:48 Uhr

Kleve. FDP-Kandidat Sven Rickes diskutierte mit den Spitzen lokaler Kultur- und Bildungsinstitutionen. Kultur ist ein wichtiger Faktor

Als Auftakt für einen Dialog zwischen Kultur, Bildung und Politik wollte Sven Rickes sein öffentliches Gespräch mit einigen hochrangigen Vertretern lokaler und regionaler Institutionen verstanden wissen. Wohl nicht zufällig fand dieses Gespräch gerade jetzt statt - tritt Rickes doch als Kandidat der FDP zur Klever Bürgermeisterwahl am 30. August an. Sein Anliegen: Kultur und Bildung müssten durch politische Initiativen mehr zur „Marke” Kleve beitragen.

Wie wichtig Kultur als Wirtschaftsfaktor ist, verdeutlichte Dr. Fritz Schaumann, Präsident der Kunststiftung NRW (FDP). Etwa 30 000 Unternehmen aus dem engeren Kulturbereich allein in NRW sorgten für etwa 25 Milliarden Euro Umsatz. Damit sei Kultur kein „weicher” Standortfaktor, sondern ein sehr harter.

Er appellierte an die Verantwortlichen im Stadtrat, Investitionen im Kulturbereich in schlechten Zeiten nicht zu kürzen. Zudem regte er an, einen Kulturentwicklungsplan aufzustellen. Dies habe in vielen Kommunen zu guten Ergebnissen geführt.

Marie-Louise Klotz, Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal, zeigte sich erfreut über das große Interesse der Klever an der neuen Bildungseinrichtung. Doch dürfe man auf politischer Ebene nicht nach der ersten Begeisterung die Hochschule allmählich vergessen, so wie dies in einigen Städten geschehen sei. „Natürlich müssen wir uns in erster Linie über Lehre und Forschung einen Namen machen”, betonte Klotz. Mit Veranstaltungen, Vorträgen und Kooperationen werde die Hochschule aber auch in der Kommune aktiv.

Wie groß der Einfluss der Politik auf die städtebauliche Entwicklung sei, machte der Klever Architekt Werner van Ackeren deutlich. So versuche die Stadt gerade, das Gebäude der Klever SPD zu erwerben, um es für den Hochschulneubau abzureißen. „Dabei ist es das einzige Gebäude in der Lage, das den Krieg überlebt hat”, meinte er. Zu befürchten sei, dass durch Abriss und Neubau ein unpersönliches Stadtviertel entsteht - besser sei jedoch, Bestehendes zu integrieren.

Guido de Werd, Direktor der Klever Museen, machte sich um die weiter wachsende Bedeutung des Museums Kurhaus keine Sorgen - längst ist das Haus bundesweit aner-kannt. Und das vor allem durch die Freiräume, die er innerhalb der Kommune erkämpft habe. Doch sobald Kunst im öffentlichen Raum präsent werden solle, sei dies politisch oft unbequem. „Hier braucht man mutige Politiker, die der öffentlichen Meinung standhalten”, so de Werd.

Andreas Daams

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