Biogasanlagen gegen Fracking

Ausgelassene Stimmung im Queekendorf.
Ausgelassene Stimmung im Queekendorf.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Queeken verstehen was vom Straßenkarneval. Tausende säumten den Rosenmontagszug. Reiter von van Bredow Keppeln brachten 60 WM-Fußballfans auf die Beine

Uedem-Keppeln..  Als die Mannschaft von Fortuna I Keppeln um die Kurve bog, da verdunkelte sich der Himmel einen kurzen Moment. Das Motto der Kicker „Star Wars“ erforderte offensichtlich jede Menge Nebel aus der Maschine. Viel Rauch eben um – um eine ganze Menge! Die Queeken hatten zum Umzug im Jubiläumsjahr („66 Joar Gedrüss, een Komplemänt ant Möökeshüss“) geladen und tausende Fans waren dieser Einladung gefolgt. Bestaunten bei herrlichstem Rosenmontagswetter prächtige Prunkwagen und fantasievolle Fußgruppen. 35 an der Zahl. In Keppeln wird noch Straßenkarneval im ursprünglichen Sinne des Wortes gefeiert.

Angeführt von der Zugleitung, den Ordensträgern, Elferrat, Queekentänzerinnen und Musikvereinen schlängelte sich der von Feuerwehrleuten und freiwilligen Ordnern bestens abgesicherte Lindwurm durch die Dorfstraßen. Die KLJB Uedem ließ eine flippige Pippi Langstrumpf ebenfalls Geburtstag feiern: 70 Jahre! Die Jugend aus Niedermörmter ließ es knallen: Bang Bang – Lucky Luke ist ihr Held. Der Wagen der Landstreichler hatte es in sich, schließlich trafen hier die legendären Transformers den Ironman: „Nicht nur im Kino ein Hit – die Transformers tanzen auch bei den Queeken mit“ (was sie auch bereits in der Queekensitzung gekonnt demonstriert hatten). Noch halb im Rauch der Star Wars Fortunas versunken, zeigten eine ganze Reihe von KLJB-Weihnachtsmännern, dass sie noch nicht in den himmlischen Urlaub wollten. Und die marschierenden Spartaner der KLJB sangen: „Die Stimmung ist grandios, wir Spartaner gnadenlos, die KLJB Keppeln ist atemlos.“ Wie wahr.

Zeit zum Luftholen blieb da kaum. Zumal die Herren vom Totenhügel ein deutliches Zeichen in Sachen Fracking auf einem prächtigen Wagen umgesetzt hatten. „Leicht“ ironisch erklärten sie: „Vergiftet ist der Teich – egal, wir werden reich!“ Ein anderer ergänzte: „Was brauchen wir Fracking, Keppeln hat doch Biogasanlagen.“

Den wohl größten, lautesten und bestgelaunten Wagen mit Fußgruppe und eigenem Fan-Bus hatten die karnevalistisch unermüdlichen Reiter von van Bredow Keppeln auf die Beine gestellt. Inklusive einer hauseigenen Moderatorin „Bea“. „60 Mann haben wir zusammen gekriegt“, freute sich Bea durchs Mikrofon zu verraten. 60 Mann und Frau, die farbenfroh den Kickern im WM-Wagen zur Weltmeisterschaft gratulierten. Auch irgendwie WM-verdächtig.

Die neun Kümmerlinge kümmerten sich im wahrsten Sinne des Wortes um die Flodders: „20 Jahre Flodders 4ever!“ Da wagten die Narren schon zu fragen: „Wer will denn schon sooo floddrig ausschauen?“

Mehr als nur bunt, sozusagen kunterbunt trieb’s die Mannschaft Fortuna Keppeln II auf dem Wagen: „66 Jahre Queeken-Macht, Fortuna hat den Karneval nun auch in den Orient gebracht.“

Neben weiteren tollen Fußgruppen und fantasievollen Aufbauten wagte der Hein-Duck-Dich-Club mit seinen plüschigen Tom-und- Jerry-Figuren die Polit-Feststellung: „Tom & Jerry sind neutral -- für Islamisten keine Qual.“

Letzteres galt gestern für jeden Queekenfan und Straßenkarnevalsfreund: Keppeln ist von jeglichen Qualen am Rosenmontag weit entfernt. Das kann heute für einige Schnapsleichen von gestern natürlich ganz anders aussehen. Helau.