Bewegte Geschichte im Dienst der Menschen

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Kleve..  Ihren 90. Gründungstag begehen am 15. Januar die Franziskusschwestern in Kleve. Drei von ihnen verbringen ihren Lebensabend dort im Franziskus-Haus: Mutter Hedwig, die letzte Oberin, Schwester Cäcilia und Schwester Antonetta. Zum Jubiläum am 15. Januar feiern sie um 10 Uhr gemeinsam mit Weihbischof Wilfried Theising ein feierliches Pontifikalamt in der Kapelle des Mutterhauses.

Die Geschichte der Klever Franziskusschwestern steht im Zeichen des Dienstes an den Menschen. Am 15. Januar 1925 kam Schwester Clara als erste Franziskusschwester nach Kleve - Pater Suitbert aus dem Kapuzinerkloster in Spyck hatte sie darum gebeten. Sie sollte in Kleve die Caritasarbeit der Hauspflege aufbauen. Die Zahl der Schwestern wuchs bis Anfang 1933 kräftig, erst die Machtübernahme der NSDAP am 30. Januar 1933 bremste das Wachstum. Die Ablehnung der Satzung, Kürzung der öffentlichen Zuschüsse, Verweigerung der Anerkennung der Gemeinnützigkeit und staatliche Preisvorschriften erschwerten die Arbeit.

Die Schwestern gründeten Pflegestationen, betrieben Kindergärten, Näh- und Handarbeitsschulen, unterrichteten Bergwerkslehrlinge und betrieben die Bahnhofsmission in Emmerich. Der Schwerpunkt der Arbeit verlagerte sich von der Hauspflege auf die Unterhaltung von Alten- und Kinderheimen, im Laufe der Jahre entstanden 16 Niederlassungen. Im Jahr 1933 entstand auf der Josefshöhe in Schneppenbaum das Kinderdorf St. Josef, das bis 1983 vielen Kindern Heimat und Familie war. Auf der Grundlage von Verpflegungsverträgen führten die Schwestern später Häuser in Xanten und Kevelaer. Nach Um- und Neubauten präsentiert sich Regina Pacis heute als modernes Zuhause für Senioren.

Nach dem zweiten Weltkrieg pachteten die Schwestern Haus Gnadenthal – es wurde Seniorenheim. 1978 zogen sie und die Bewohner des Altenheims „Münze“ in das Franziskus-Haus in der Spyckstraße. Bereits im Jahr 1926 hatten die Schwestern durch einen Verpflegungsvertrag ein Haus in der Spyckstraße erhalten. Es ist bis heute als Mutterhaus der Mittelpunkt der Schwesterngemeinschaft. In der Nähe zum Mutterhaus schufen die Schwestern viele weitere Einrichtungen.