Bei der Bundeswehr in Kalkar wird kräftig investiert

Generalleutnant Joachim Wundrak sprach über die aktuelle Lage der Bundeswehr am Standort Kalkar-Uedem.
Generalleutnant Joachim Wundrak sprach über die aktuelle Lage der Bundeswehr am Standort Kalkar-Uedem.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Bundeswehr wird in den nächsten fünf Jahren 60 Millionen Euro in die Von-Seydlitz-Kaserne investieren. Nato-Standort wird weiter aufgewertet.

Kalkar.. Die Bundeswehr wird in den kommenden fünf Jahren 60 Millionen Euro in den Luftwaffen-Standort Kalkar-Uedem investieren. Generalleutnant Joachim Wundrak kündigte am Mittwoch beim traditionellen Fischessen in der Von-Seydlitz-Kaserne an, dass man bereits mit dem Umzug aus einigen alten Gebäuden begonnen habe. In den nächsten Wochen werden die Bagger anrücken und zwei alte Bürogebäude abreißen. Wundrak sagte im Gespräch mit der Presse, dass die Kasernengebäude sich zum Teil in einem sehr dürftigen Zustand befänden.

400 zusätzliche Soldaten

„Der Altbestand ist qualitativ schwierig“, so der General. Wenn es nach ihm ginge, würde er am liebsten schon dieses Jahr vieles in Bewegung setzen.

Bundeswehr

Der Luftwaffenstandort in Kalkar und Uedem wird auch in Zukunft weiter an militärischer Bedeutung gewinnen. Die Einheiten auf dem Paulsberg sind schon jetzt an vielen Planungen und Einsätzen von Bundeswehr und Nato in Osteuropa beteiligt. Mit der Luftraumüberwachung der baltischen Staaten habe man eine aktuell sehr verantwortungsvolle Aufgabe übernommen, so Wundrak.

Von der Umorganisation der Luftwaffe in Deutschland profitieren die Standorte Kalkar und Uedem. Es seien 400 zusätzliche Soldaten an den Niederrhein gekommen. Weiteres Personal wird folgen. Aktuell sind in Kalkar und Uedem 1250 Soldaten und zivile Kräfte beschäftigt. Bis 2018 sollen es 1400 sein. Dafür gilt es jetzt auch schnell die Infrastruktur auszubauen. In Containern haben neue Soldaten ihren Arbeitsplatz gefunden. „Das ist nicht sehr bequem“, so Wundrak. Er habe die Probleme im Blick „und ich scheue mich nicht, immer wieder nachzubohren und den Finger in die Wunde zu legen, wenn ich damit den einen oder anderen Verwaltungsvorgang beschleunigen kann“, richtete sich Wundrak an seine Mitarbeiter.

Posse

Bundeswehr seit Jahrzehnten unterfinanziert

Zum Thema Ausrüstung bemerkte Wundrak, dass die Bundeswehr seit Jahrzehnten unterfinanziert sei und man sich daher über die aktuelle Diskussion nicht wundern könne. Dass die Bundesverteidigungsministerin jetzt noch weitere Aufgabenfelder für die Bundeswehr sieht, möchte Wundrak aber nicht sofort beiseite schieben. Aktuell habe die Wehr 3000 Soldaten im Einsatz, es seien mal 11.000 Soldaten gewesen.

Es sei aber richtig, dass die Konzentration auf die Auslandseinsätze den Blick auf die Landesverteidigung nicht gerade geschärft habe. Man müsse nun einen gordischen Knoten auflösen: „Auf der einen Seite steigt der Bedarf der Luftmachtfähigkeiten in den aktuellen Einsätzen, auf der anderen Seite werden überall in den Nato-Mitgliedstaaten die Verteidigungsetats massiv gekürzt. Dieses Paradoxum aufzulösen, diese Schere wieder zu schließen, ist die große Herausforderung der Zukunft“, so Wundrak in seiner Ansprache vor vielen Gästen aus der Region.