„Bed & Breakfast“ im Rittersitz

Der ehemalige Rittersitz „Haus Kemnade“ in Wissel soll künftig Büros, ein Café und „Bed & Breakfast“ beherbergen.
Der ehemalige Rittersitz „Haus Kemnade“ in Wissel soll künftig Büros, ein Café und „Bed & Breakfast“ beherbergen.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Seit langem versucht die Erbengemeinschaft von „Haus Kemnade“ in Kalkar-Wissel, das Anwesen zu verkaufen. Jetzt gibt’s einen Investor, der kleine Gutshäuser bauen will

Wissel..  Seit langem schon versucht die Erbengemeinschaft, das aus dem 16. Jahrhundert stammende „Haus Kemnade“ in Wissel zu verkaufen. Bislang vergeblich. Doch jetzt gibt’s offensichtlich einen Käufer für den früheren Rittersitz. Wie Stadtoberaurat Frank Sundermann im Bauausschuss erläuterte, will der Investor das Gebäude kaufen und es für sich als Architektur-Büro ausbauen. Geplant ist zudem ein Café und „Bed & Breakfast“.

Darüber hinaus beabsichtigt der potentielle Käufer, auch das gut 8000 Quadratmeter große Gelände hinter dem Anwesen zu erwerben. Denn dort möchte er gut ein halbes Dutzend kleiner Gutshäuser errichten.

Da der Investor Planungssicherheit haben möchte, bevor er das Projekt erwirbt, ging es im Bauausschuss zunächst nur um den Aufstellungsbeschluss. Doch schon hier griff Willibald Kunisch (Grüne), unterstützt durchs Forum, die Verwaltung an. Sein Vorwurf: Bevor überhaupt irgendetwas beschlossen werde, wolle er den Investor zu seinen Plänen hören. „Mit dem heutigen Beschluss geben wir dem sonst eine Blaupause“, argumentierte der Grünen-Politiker. „Wir wollen erst den Investor sehen“, meinte auch Hermann Untervoßbeck (Forum).

385 Quadratmeter Wohnfläche

Was wiederum auf der Verwaltungsseite nicht nur Stadtoberbaurat Frank Sundermann sichtlich ärgerte, sondern Bürgermeister Gerd Fonck wütend werden ließ. „Investoren hassen das“, kritisierte er. Und fügte hinzu: „Die Stadt hat verloren, wenn wir so Politik machen.“ Der Ausschuss gab schließlich mit Mehrheit grünes Licht für den Aufbestellungsbeschluss.

Damit könnte der Weg frei sein für das Projekt „Haus Kemnade“ mit seinen 385 Quadratmeter Wohnfläche. 1000 weitere Quadratmeter Fläche weisen die zum Haus gehörenden zwei Scheunen auf.

Die sieben kleinen Gutshäuser, die der Investor und Architekt selbst entwerfen und wohl auch bauen wird, sollen nicht verkauft werden, sondern als Musterhäuser dienen. Die Gebäude werden vermietet, erläuterte Stadtoberbaurat Sundermann den Bauausschuss-Mitgliedern.