Ausgaben auf den Prüfstand stellen
12.08.2009 | 17:54 Uhr 2009-08-12T17:54:00+0200
Jürgen Stoffelen kandidiert für die ZIG (Zukunft in Goch). Er peilt zum zweiten Mal das Amt des Bürgermeisters an
1. Welche Projekte und/oder Themen haben für Sie in Ihrer Stadt/Gemeinde absolute Priorität?
Jürgen Stoffelen: Mit dem Ausbau des ehemaligen Bundeswehrgeländes sollte auch die Schließung des Nord- und Ostringes vorangetrieben werden. Darüber hinaus müssen wir anfangen die Schulden von 70 Mio. € abzubauen.
2. Gibt es spezifische Probleme? Wenn ja, welche?
Jürgen Stoffelen: Neben den hohen Schuldenstand der Stadt Goch muss die Frage erlaubt sein, benötigen wir wirklich weit über 10 Gesellschaften mit ihrem unübersichtlichen finanziellen Geflecht und 3 Aufsichtsräte.
3. Welche Chancen sehen Sie für Ihre Stadt/Gemeinde?
Jürgen Stoffelen: Bedingt durch die sehr gute Verkehrsanbindung ist die Stadt Goch immer noch eine Zuzugsgemeinde, damit dies so bleibt, muss es für junge Familien möglich sein günstiges Bauland oder von einem Bauträger schlüsselfertig gebaute Häuser zu erwerben. Darüber hinaus wird sicher die neue Uni Rhein-Waal mit dem Standort in Kleve und Kamp-Lintfort mehr Gocher Abiturienten dazu bewegen im Kreis zu bleiben um dann möglicherweise Ihr erworbenes Wissen zum Wohle der Gocher Wirtschaft einzusetzen.
4. Was macht Goch unverwechselbar und attraktiv?
Jürgen Stoffelen: Die Nähe zur holländischen Grenze und eingebettet in der wunderschönen Nierslandschaft, mit seinen liebenswürdigen humorvollen Menschen seinen schönen Dörfer und seinen Wahrzeichen wie z.B. das Steintor und das alte Rathaus.
5. Wie familienfreundlich ist Goch?
Jürgen Stoffelen: Mit seinen vielen in den letzten Jahren entstandenen Baugebieten in allen Stadtteilen bietet sie Familien mit Kindern ein familienfreundliches Wohnen. Darüber hinaus bietet Goch mit allen Schulformen (inkl. Internat und internationalen Schule) die gesamte Palette der Schulbildung an.
Mit seinen vielen Vereinen, dem ASTRA, seinen Freizeitveranstaltungen und künftig auch wieder einem Kino bietet Goch Familien attraktive Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.
6. Welche Auswirkungen befürchten Sie durch die Wirtschaftskrise - zum Beispiel mit Blick auf Steuerausfälle?
Jürgen Stoffelen: Mit der Schließung der Fa. Tirsan ist sicher die Wirtschaftskrise auch in Goch angekommen (wobei ich an dieser Stelle der Firmenleitung der Fa. Tirsan jegliche soziales Verantwortungsbewusstsein gegenüber seinen Beschäftigten abspreche). Durch Umsatzrückgänge bei einigen Betrieben wird es sicher zu Steuerausfällen kommen. Vor diesem Hintergrund werden die Ausgaben 2009 im 4 Quartal und die Ausgaben für 2010 auf einem strengen Prüfstand gestellt werden müssen.
7. Mit welchen Mitteln kann und sollte die Stadt/Gemeinde auf die Wirtschaftskrise reagieren?
Jürgen Stoffelen: Mit der Umsetzung des Konjunkturparket II und der Teilnahme am 1.000 Schulen Projekt hat die Stadt Goch sicher den richtigen Weg eingeschlagen. Bei künftigen Investitionen sollte verstärkt darauf geachtet werden, ob nicht Landes-, Bundes- oder EU-Geldmittel beansprucht werden können
8. Wirtschaft, Mittelstand, Einzelhandel - was kann und sollte die Kommune beitragen, um den Standort zu stärken?
Jürgen Stoffelen: Durch die nahe Lage zur holländischen Grenze sollten künftig vermehrt Investitionsmaßnahmen grenzübergreifend und mit Unterstützung von Mitteln aus Brüssel angestrebt werden. Ein erstes Projekt könnte sicher ein grenzüberschreitender Tourismus sein. In dieses Projekt muss auch der Airport Weeze eingebunden werden.
Mit C&A wird man sicher den Einzelhandel insgesamt in der Gocher Innenstadt stärken. Was jetzt in Goch noch fehlt wäre ein mittelgroßes Möbelhaus.
Als treibende Kraft des "virtuellen Gewerbeflächenpools" sollte es Goch auch in Zukunft gelingen immer genug geeignete Gewerbeflächen zur Verfügung zu stellen. Die Stadt Goch sollte nicht nur ansiedlungswilligen Unternehmen aus dem Ausland steuerlich entgegen kommen, sondern mit Steuerermäßigungen in wirtschaftlichen schlechten Zeiten auch den Gocher Mittelstand unterstützen.
9. Was bedeutet für Sie soziale Gerechtigkeit?
Jürgen Stoffelen: Gerechter Lohn für gute Arbeit. Es muss möglich sein mit 40 Stunden Arbeit in der Woche seine Familie zu ernähren. Menschen die 40 Jahre und mehr gearbeitet und arbeitslos werden und nicht mehr vermittelbar sind, sollten mit 55 Jahre (natürlich mit Abschlägen) in Frührente gehen können, ohne dass Sie vorher Ihre gesamten Ersparnisse aufzehren müssen. Dies wird in großen Firmen und Behörden mit Personalüberhang schon lange praktiziert und sollte für alle gelten.
10. Wie stellen Sie sich Goch in 2020 vor?
Jürgen Stoffelen: Da im Jahr 2020 Goch immer noch eine Zuzugsgemeinde für junge Familien ist, wird die Überalterung nicht so schwer ins Gewicht fallen. Bedingt durch seine Lage inmitten von viel Natur seiner schönen Innenstadt und den vielen Freizeitangeboten, sehe ich Goch als eine Stadt an, in der sich die Menschen wohl fühlen werden.
11. Wie sollte die Kommune auf den demografischen Wandel reagieren?
Jürgen Stoffelen: Mit preiswertes Bauland für junge Familien. In den nächsten 5-10 Jahre sollte darüber hinaus ein Konzept entwickelt werden, wie die vielen in den letzten Jahren gebauten Häuser für junge Familien (deren Kinder dann schon lange aus dem Haus sind) evtl, mit finanzieller Unterstützung der Stadt (dort wo es nötig ist) altengerecht umgebaut werden können.
12. Warum sollten die Bürger Sie zum Bürgermeister wählen?
Jürgen Stoffelen: Da ich als Bürgermeisterkandidat einer unabhängigen Wählergemeinschaft antrete fühle ich mich nicht verpflichtet, für das Wohl einiger weniger Unternehmen oder Interessenvereinigungen zu sorgen, sondern werde mich für das Wohl aller Gocher Bürger stark machen und sorgen. Des weiteren werde ich wie beim letzten Wahlkampf vor 5 Jahre schon gesagt, die Hälfte von dem mehr an Nettoeinkommen zu meinem jetzigen Nettogehalt für soziale und kulturelle Zwecke in der Stadt Goch spenden.
Lebenslauf
Jürgen Stoffelen ist 52 Jahre als, verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist eines der Ratsmitglieder der ZIG (Zukunft in Goch). Seine Bürgervereinigung hat sich die intensive Förderung des heimischen Brauchtums auf die Fahnen geschrieben. Dafür steht Bürgermeisterkandidat Stoffelen selbst: Als aktiver Concordia-Karnevalist. Ferner ist er Fußballfan und aktiv im Vorstand des Martins-Komitees.
07:35
Obschon es als Inhaber eines Ateliers für Bauplanung und Projektentwicklung in meinem Interesse liegen sollte, weitere Bauflächen u.a. für junge Familien auszuweisen und ich diesen Gedanken auch nicht negieren werde, sollte dennoch auch die Umnutzung von baulichem Bestand in den Fokus alles Denkens rücken.
Es wird in Zukunft auch in Goch nicht mehr zeitgemäßen Wohnraum geben, der an die Bedürfnisse und Wünsche der Bewohner baulich angepasst werden muss. In Goch hat ein bekannter Bauträger bereits sehr gelungen ein solches Vorhaben realisiert.
Die weitere Ausweisung von Bauland wird aus landesplanerischer Sicht sicherlich schon bald an seine Grenzen stossen. Des Weiteren wird der Vorrat der Stadt Goch an erforderlichen Kompensationsflächen immer knapper.
Ich plädiere für eine neue Sicht der Dinge und die Förderung von Mehrgenerationen-Konzepten im baulichen Bestand.