Ausflugsziel Kunst
22.04.2007 | 13:53 Uhr 2007-04-22T13:53:52+0200AUSSTELLUNG. Im Museum Kurhaus herrschte gestern großer Besucherandrang beim Tag der offenen Tür. Etliche Familien spazierten mit ihren Kindern in Gängen und Sälen herum.
KLEVE. Da staunten die Mitarbeiter und Helfer des Museum Kurhaus Kleve nicht schlecht. Noch während sie die letzten Details für den Tag der offenen Tür vorbereiteten, warteten an die 40 Leute an der Pforte darauf, dass es endlich 11 Uhr werde und man sie einließe. Das hätte wohl niemand für möglich gehalten. Und danach ging der Andrang erst richtig los. "Viele Klever sind gekommen", freute sich Andreas Strähnz, Geschäftsführer des Freundeskreises Museum Kurhaus & Koekkoek-Haus Kleve e.V. Das zeige, wie sehr das Museum angenommen werde.
Für die einen machte das Wiedersehen mit Werken verschiedener bisheriger Ausstellungen den besonderen Reiz aus. Andreas Strähnz: "Ich gehe sehr stolz durch das Museum". Gäbe es doch ohne den Freundeskreis dieses Museum mit all seinen hochrangigen Ausstellungen gar nicht. Für andere war es der erste Besuch im Museum Kurhaus überhaupt. Claudia Goldau etwa, die erst seit wenigen Monaten in Kleve wohnt, zeigte sich begeistert: "Allein schon das Gebäude ist beeindruckend - so großzügig, so schön hell."
Beileibe nicht nur Kunstkenner flanierten durch die Räumlichkeiten. Das freute die Verantwortlichen besonders. Die Schwelle, ein Museum zu betreten, ist in Kleve offenbar erfreulich niedrig. Aktionen wie gestern verstärken diesen positiven Trend noch. Etliche Familien spazierten mit Kindern in den Gängen und Sälen herum. Sogar Besucher, die sich mit moderner Kunst eher schwer tun, lobten so manche Arbeit. Am Büchertisch war schier kein Durchkommen mehr. Bei soviel Trubel genossen viele Besucher eine Pause im Café Moritz, um sich kurz hinzusetzen, sich von der Sonne bescheinen zu lassen und in den Park zu schauen.
Fast andächtig verhielten sich viele Besucher im ehemaligen Beuys-Atelier, das erstmals seit dem Auszug des Stadtarchivs für die Öffentlichkeit zugänglich war. Schöne neue Räume erhalte das Museum da, so die einhellige Meinung, aber man werde wohl noch eine Menge Arbeit damit haben.
Und was war am schönsten? Auf diese Frage erhielt man keine zwei gleichlautenden Antworten. Eine Auswahl: Der Himmelfahrt-Jesus, die Architektur, die Mataré-Kühe, natürlich Franz Gertschs Silvia, die man inzwischen neben der Schwanenburg aufs städtische Briefpapier drucken könnte, die Balkenhol-Männer. Die Antworten sprechen Bände. Das Museum Kurhaus darf sich glücklich schätzen über soviel Anerkennung - die Bürger schätzen sich glücklich, dass sie so ein Museum haben.
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