Auch Frau Müllerin steckt in der Ausbildung

Kleve / Kalkar..  Viel Arbeit steckt in einem Brot. Doch würde man es mit dem Mindestlohn von 8,50 Euro aufrechnen, wäre es drei Minuten „wert“, rechnete Diakon Michael Rübo am Pfingstmontag im ökumenischen Gottesdienst bei der Donsbrüggener Mühle vor. Beim 22. Deutschen Mühlentag konnten zahlreiche Besucher sehen, was beim Mahlen und Backen tatsächlich dahinter und drin steckt.

Paul Kersjes und Beate Hugo erklärten es in der Alten Mühle Donsbrüggen: „Wir haben hier eine der modernsten Mühlenarten. Zum Betrieb wird keine Muskelkraft mehr benötigt.“ Die Windrose richtet den Rotor der Mühle gegen den Wind aus, erklärte Hugo, zweite Vorsitzende des Donsbrüggener Mühlenvereins. Interessierte können hier jeden Samstag bis November erleben, wie aus dem in der Mühle produzierten Vollkornmehl Mühlenbrote und Weizenvollkornbrote im holzbeheizten Steinofen gebacken werden. Im unteren Teil der Mühle befindet sich eine historische Ausstellung.

Auch die Müller der Kalkarer Mühle konnten sich über einige hundert Besucher freuen. Künstler Sven Combo kam auf Stelzen. Luftballonfiguren, Glücksrad, Mühlensticker und Verlosung brachten Freude.

Müller Detlef Floris schilderte die Ausbildung zum ehrenamtlichen Müller, die zweieinhalb Jahre dauert. Er möchte junge Menschen für die „Maschine Mühle“ begeistern. Zurzeit steckt neben einer geprüften Müllerin eine weitere Frau in der Ausbildung. Iris Terhaer hat sich von ihrem Mann mit der Leidenschaft für das Müllern anstecken lassen. „Wir kommen fast jedes Wochenende aus Münster her,“ erzählt sie.

Am Mühlentag wurden neben dem Restaurant Brauhaus Kalkarer Mühle auch Stockbrote gebacken. Nebenan verkauften Anni Bettray und Sohn Steffen von der Traditionsbäckerei aus Hönnepel in der kleinen Backstube Mühlenkrusten- und Dinkelbrot und niederrheinisches Schwarzbrot. Das traditionelle Familienunternehmen feiert 110-jähriges Bestehen.