Auch Bremer will mehr Fläche

Hinter dem Gelände von Agrarhandel Bremer endet das Gewerbegebiet Hasselt-Süd. Eine Stichstraße führt dort bis an den Waldmannspfad.
Hinter dem Gelände von Agrarhandel Bremer endet das Gewerbegebiet Hasselt-Süd. Eine Stichstraße führt dort bis an den Waldmannspfad.
Foto: Kleve
Der Agrarhandel möchte am Waldmannspfad auf 4500 Quadratmeter erweitern.Für das angedachte Gewerbegebiet Hasselt-Süd gibt es damit drei Interessenten

Bedburg-Hau.  Ein beliebter Acker liegt da hinter dem Hasselter Gewerbegebiet. Mittlerweile sei die dritte Bewerbung für die Erweiterung Gebietes über den Waldmannspfad hinaus bei ihm eingegangen, erklärte Bauamtsleiter Dieter Henseler Donnerstagabend dem Hauptausschuss. So hat er drei Interessenten an der 2,3 Hektar Ausbaufläche, auf der vor allem Kontech wachsen will (wir berichteten).

Fehlt noch ein Plan, wie das Gebiet genau erschlossen wird. An diesem wird seit Ende letzter Woche gearbeitet. Erst wenn der Plan steht und die Beschlüsse in den politischen Gremien gefallen sind, geht das Ganze ins Beteiligungsverfahren. Erst dann zeigt sich, ob Grünen-Ratsherr Günther van Meegen mit seinem Einwand (es herrsche dort Landschaftsschutzvorgaben) Recht behält.

Grob skizzierte Henseler dennoch schon einmal mögliche Varianten: der Waldmannspfad muss – wie berichtet – auf mindestens acht Meter Breite ausgebaut werden, möglicherweise wird dabei ein Wendehammer errichtet, mit einer Stichstraße, die bis zur Rückseite des Agrarhandel Bremer geht. Bremer ist es übrigens auch, der nach Bekanntwerden der Ausbaudebatte im jüngsten Bauausschuss sich ebenfalls umgehend um ein Stück des Gebietes beworben hat.

4500 m² für Bremers Agrarhandel

Die ersten beiden Flächeninteressenten (darunter Kontech) wollen je etwa „6-7000 Quadratmeter“ der Fläche nutzen, sagt Henseler. Der dritte Interessent, also Agrarhandel Bremer, noch einmal gut 4500 Quadratmeter. Ein Großteil der Fläche ist somit bereits verbucht. Eigentlich hatte der Bauamtsleiter gedacht, er könnte gut einen Hektar als Angebotsfläche im Portfolio ausweisen.

Nun werden aber vor allem bereits ansässige Firmen bedient. Daraufhin wollte Grünen-Fraktionschef Seitz von Henseler wissen, wie sich der Ausbau denn auf die Gemeinde auswirke. Als Bauamtsleiter sehe er sich in der „Pflicht zu helfen“, sagte Henseler daraufhin, damit die Gewerbetreibenden an ihrem Firmensitz weiter wachsen können. Tue man dies nicht, würde die Gemeinde auch „viel an Gewerbesteuer verlieren“ – eben, wenn Firmen wieder abwandern.

Dabei hat der Agrarhandel Bremer erst 2007 seinen Firmensitz komplett von Goch nach Bedburg-Hau verlegt. Damals siedelte die Verwaltung um. Derzeit umfasst der Garten- und Futtermarkt an der Kalkarer Straße eine Fläche von 14 000 Quadratmeter – die nun auf gut 20 000 Quadratmeter wachsen könnte. Direkt an der Rückseite von Bremers Gelände, welches als Lagerplatz genutzt wird, soll die Gebietserweiterung andocken.

80 000 Euro für Straßenbau

Die anstehenden Baumaßnahmen, wenn es zur Gebietserweiterung kommt, sollen allerdings nicht zu in die Höhe schießenden Grundstückspreisen führen. Rechnet man die 80 Meter Straßenlänge, die auf acht Meter verbreitert werden müssen, kommt man allerdings rasch auf gut 80 000 Euro Investitionskosten (640 Quadratmeter mal 120 Euro) allein für Straßenkosten, rechnete Henseler in dem vorausgehenden Bauausschuss vor. Hinzu kämen Kanalkosten. Das sei aber nur eine grobe Rechnung und müsste nun präzisiert werden.

Bisher habe man derartige Baukosten in Gewerbegebieten als Gemeinde subventioniert. „Das muss der Rat entscheiden“, ergänzte Henseler direkt. Höher als die bisherigen Kosten der Grundstücke im Gewerbegebiet soll die Maßnahme aber am Ende wohl nicht hinauslaufen, lässt sich aus den bisherigen Debatten der Lokalpolitiker schließen. Eine Entscheidung steht noch an.