Astra wird Kindergarten

Eltern und Elternrat vom Kindergarten Martin-Franz-Stiftung Gärtnerweg glücklich im Rathausflur.
Eltern und Elternrat vom Kindergarten Martin-Franz-Stiftung Gärtnerweg glücklich im Rathausflur.
Foto: Astrid Hoyer-Holderberg
Was wir bereits wissen
Vierte Gruppe am Gärtnerweg bleibt erhalten. Grundsätzlich wollen Jugendhilfeausschuss-Mitglieder die Jugendarbeit überdenken. Vorerst sieben Büroräume dafür nutzbar

Goch..  Strahlende Erleichterung in den Gesichtern der Mütter und Elternratsvertreter. Handys wurden gezückt, die Nachricht verbreitet: Die vierte Gruppe am Kindergarten Martin-Franz-Stiftung Gärtnerweg bleibt erhalten und bekommt den 180 000-Euro-Anbau. Bis der fertig steht, gilt die Ausnahmegenehmigung zum Betrieb in alten Räumen. Der Jugendhilfeausschuss Goch befasste sich Donnerstagabend mit vielen Kindergartenfragen.

Denn Goch braucht Sofort-Lösungen, um ab August 100 über dreijährige Kinder unterzubringen, die bisher keinen Kitaplatz fanden (und einige Jüngere, siehe Text unten). Mit zwölf Ja-Stimmen und drei Enthaltungen der BfG wurde dem Rat empfohlen, das Jugendzentrum Astra bis zum Sommer als vier-gruppigen Kindergarten umzubauen. Weil auch wöchentliche Kinderbetreuung nicht nur für 25 und 35, sondern auch für 45 Stunden gewünscht wird, werden 80 Kinder dort an der Pfalzdorfer Straße 79 a unterkommen.

Details sollen mit dem künftigen Träger besprochen werden. Drei Träger, alle im Kindergartenbereich erfahren, bewarben sich in der Sitzung. Kurz und knapp die Martin-Franz-Stiftung: Man kenne sie ja, sagte Gerd Thyssen. Ob er bis August zusätzliches Personal finde? „Ich bin nicht überzeugt, dass wir das hinkriegen“. Der Jugendvertreter im Ausschuss, Simon Trenckmann, hielt das „für problematisch“ und enthielt sich der Stimme, während alle anderen 14 trotzdem fürs Martin-Franz-Stift votierten: Denn es betreibe bereits drei weitere Kitas und könne die Altersstruktur der Kids im neuen Haus untereinander mischen (von Gärtnerweg, von Arnold-Janssen Boxteler Straße und von St. Irmgardis Hülm).

Nicht zum Zuge kamen trotz ausführlicher Darstellung ihrer Leistungen die „Lebenshilfe“ mit Inklusions-Angeboten und die AWo mit ihrem Netzwerk an weiteren Familienberatungen. Beide letztere Träger versicherten, Personal zu haben. Doch nur, falls Verhandlungen mit der Martin-Franz-Stiftung scheitern, bleiben die beiden anderen im Boot. Sie sind jedoch als Betreiber fürs Investorenmodell im Gespräch (Text unten).

Ausführlich diskutierte der Jugendhilfeausschuss über das Astra als Jugend-Zentrum. Bürgermeister Karl-Heinz Otto nannte die Möglichkeiten: Jugendarbeit vorerst in sieben Büro-Räumen (Wanddurchbrüche möglich) der früheren Bundeswehr-Standortverwaltung im hinteren Teil des Astra-Geländes. Oder Kooperation mit dem „Wellenbrecher“ Weeze: „Die Kinder haben ja ein Schokoticket“. Oder Jugendarbeit ganz an kirchliche Träger zu geben. Angebote auszubauen, bedeute mehr Personalkosten. Engeline Aymans (BfG) kritisierte, dass „die Stadt Goch keine vernünftige Jugendarbeit hin kriegt“ und schlug vor, mit der Ermittlung von Bedürfnissen kostenlos Studenten der Uni Arnheim-Nimwegen zu beauftragen. Hildegard Fielenbach-Hensel (Grüne) wusste, dass seit Jahren das Astra „nie voll besucht“ sei. Vielleicht solle man nun nach 15 Jahren das Angebot neu aufstellen. Sie bedauerte, dass es keine Beratungen zwischen Stadt, Ausschuss, Jugendverbänden, Sportvereinen, kirchlichen Jugendzentren gebe. Sie wisse nicht, was anderswo gemacht wird.